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III.
Das Glaubensbekenntnis der Genossenschafter.
Ludlow, der wie kein zweiter durch Alter, Einsicht undErfahrung das Yereinsleben der englischen Arbeiter zu be-urteilen berufen ist, hatte die Güte, mir seine Ansicht dahinauszusprechen, dafs es auch heute noch der eigentümlich ge-nossenschaftliche Geist sei, auf dem der Bestand der Genossen-schaftsbewegung und ihre Fortentwicklung beruhe, dafs einNachlassen desselben innerhalb der Genossenschaften notwen-dig zu einem äufseren Scheitern führen müsse; das vielfacheFehlschlagen genossenschaftlicher Versuche sei dem Umständezuzuschreiben, dafs nur zu häufig die Genossenschafter derGrundsätze, die sie mit diesem Namen auf ihre Fahne schrieben,im Leben sich uneingedenk erwiesen. A. H. Dyke Acland,der jüngere Vorkämpfer der Bewegung im Parlament, sprichtin gleicher Weise in seinem Buche: „Die Genossenschafter"die Meinung aus, dafs in der Geschichte der Bewegungjene vielen „ernsten und selbstlosen Männer" das wichtigstegethan hätten, die der Idee gelebt hätten und deren Namenvielleicht nie über ihre Heimatstadt hinaus bekannt gewordenseien.
Was nun sind diese Grundsätze der Genossenschafter,was ihre Ziele und was der Weg, auf dem sie dieselben zuerreichen gedenken? Bei Beantwortung der Frage wäre esUndank, nicht der Grundlagen zu gedenken, die bereitsOwen gelegt hatte, und die heute noch nachwirken. Abersie waren mehr praktischer Art. Das theoretische Bekennt-nis der Genossenschafter wurde recht eigentlich erst durchdie christlichen Socialisten auf den Boden jener antiindi-vidualistischen Eichtling gestellt, welche von Carlyle aus-