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Verlassen wir nunmehr das Oxford -Haus und hegebenuns nach Toynbee-Hall, der „Universitätsniederlassung" inOst-London. Dieselbe trägt im Vergleich mit dem Oxford -Hause einen weltlichen Charakter, obgleich sie ebenfalls voneinem Geistlichen, dem Rev. Barnett, geleitet wird. Nach-dem Verfasser anderwärts (Grenzboten 1887) Toynbee-Hallzum Gegenstande einer eingehenderen Besprechung gemachthat, ist es ihm eine Freude, die grofsartigen Fortschritte, welchedie Anstalt in der kurzen seitdem verflossenen Zeit gemachthat, festzustellen; sie ist heute der Mittelpunkt aller der Ge-selligkeit und Bildung dienenden Bestrebungen ihres Bezirkes.Toynbee-Hall wendet sich noch weniger als das Oxford -Hausan die tiefsten Schichten der Bevölkerung, was, wie wirsahen, gewöhnlich Sache der specifisch kirchlichen Rich-tungen ist. Indem es das Bedürfnis nach Bildung und Ge-selligkeit bei seinen Nachbarn zu befriedigen sucht, bemühtes sich, gerade die höchststehenden derselben auf eine Stufezu heben, welche für die arbeitenden Massen Ost-Londons ,ohne Hülfe von aufsen, zu erreichen sehr schwierig ist.Fehlt es doch jenen Massen Ost-Londons an Berührung mitden besten Gedanken ihres Zeitalters. Alle Kenner jenerVerhältnisse stimmen dahin überein, dafs nicht sowohl demMangel .an Gesetzgebung, als dem Mangel an öffentlicherMeinung, an Gemeingeist und Organisation der Arbeiter, dieSchäden, an denen jene Bezirke vor allen leiden, zuzuschrei-ben sind. Wie wären Unwissenheit, Thatlosigkeit, Vereinsa-mung und Selbstsucht der Massen mit einem Federstrich,und sei es auch einem des Gesetzgebers, zu beseitigen?
Die Gründer von Toynbee-Hall gingen von dem Gedan-ken aus, durch die von der Universität abgehenden Elemente,welche sich zur Vorbildung für den künftigen Beruf nachLondon begeben, dem Mangel an gebildeten, und zur Arbeit