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die englischen Socialisten sich dieser von den Pariser Arbei-terkongressen angenommenen Forderung gegenüber verhalten.Auch hier handelt es sich nicht um ein blofses Agitations-mittel, sondern um ein praktisches, allmählich zu verwirk-lichendes Ziel. Hyndman unter andern entwickelt z. B. dieseiiStandpunkt in der „New Review", August 1889. Er ver-weist darauf, dafs eine gesetzliche Arbeitszeit nichts neueswäre, indem für die westindischen Sklaven eine solche be-reits bestanden hätte, ein grofser Teil der Arbeiter aberebenso hülflos wie jene sei. Der gewichtigste Einwand, demer zu begegnen hat, ist der, dafs durch Erhöhung der Produk-tionskosten die englische Industrie dem ausländischen Mitbe-werb gegenüber geschädigt, ja in manchen Zweigen vielleichtvernichtet werden könnte, so lange die Staaten des Fest-landes zu gleichem Schritte nicht bereit wären. Die Socia-listen erkennen diesen Einwand als zeitweilig gültig an undbeschränken daher ihren Vorschlag dahin, man führe einengesetzlichen Arbeitstag für diejenigen Industrien ein, welcheder ausländischen Konkurrenz nicht unterworfen sind, z. B.zu Gunsten der Eisenbahn- und Pferdebahnangestellten u. s. w.Sind es doch gerade diese Arbeiter, welche am wenigstenimstande sind, durch eigene Kraft sich zu schützen 1 .
Auch dieser Vorschlag aber scheint den Socialisten nochzu weitgehend, um unter den heutigen Parteiverhältnissen imParlament Aussicht auf baldige Einführung zu haben. Siehaben daher einen anderen Punkt als den der praktischenVerwirklichung nächstliegenden aufgegriffen. Die Municipal-behörden, insbesondere der Grafschaftsrat von London , soll
1 New Review. Longmans, Green & Co. Vergl. auch The factsabout the unemployed. Modern Press. Paternoster Row 13.
v. Schulz e-Gaevern itz, Zum soc. Frieden. II. 9