— 158 —
Die Waffe schmiedete hier wie an andern Stellen dem be-weglichen Kapital die individualistische Nationalökonomie, ins-besondere Ricardo. Indem sie alles Einkommen in Rente, Zinsund Lohn einteilte, erklärte sie die beiden letzteren Artenals mittelbares oder unmittelbares Ergebnis menschlicher Ar-beit, die Grundrente dagegen als ein ohne jede Arbeit ge-wonnenes Einkommen, welches der Grundbesitzer für die Be-nutzung des Grund und Bodens monopolistisch erhebe. Zudemhabe die Grundrente die Neigung fortwährend zu steigen, indem Grade nämlich, als mit dem Wachsen der Civilisationschlechtere oder ungeeignetere Grundstücke in Benutzung ge-nommen würden. Also auch dieses Steigen der Grundrenteverdanke der Grundbesitzer lediglich der Arbeit anderer.Infolge hiervon empfehlen die Nationalökonomen die Grund-rente oder wenigstens ihren „unverdienten Zuwachs" (unearnedincrement) als besonders geeigneten Gegenstand der Be-steuerung. Wie gewöhnlich gehen die Ausführungen Ricardosauf Vorgänger, hier auf Andeutungen des Adam Smith zurück,dessen einschlägige Stelle wir daher anführen. „Grundrentensind ein noch geeigneterer Gegenstand der Besteuerung. EineSteuer auf Grundrenten würde allein auf den Eigentümer der
Grundrente fallen, welcher immer als Monopolist handelt.
Grundrenten sind eine Art des Einkommens, welche derEigentümer in vielen Fällen geniefst, ohne irgend welcheSorge oder Aufmerksamkeit auf sein Eigentum zu verwenden.Wenn auch ein Teil dieses Einkommens ihm genommen wer-den sollte, um die Ausgaben des Staates zu tragen, so wirddadurch keine Entmutigung irgend einer Art von Industriegegeben. Die jährliche Produktion vom Lande, die Arbeitder Gesellschaft, der wirkliche Reichtum und das Einkommender grofsen Menge des Volkes würde bei einer solchen Be-steuerung dasselbe bleiben wie bisher. Nichts kann ver-