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winne und Löhne gleich bleiben oder abnehmen müi'sten —zu einer Zeit, da in ganz England die landwirtschaftlichenRenten in vollem Niedergänge begriffen waren.
Dieser Kampf gegen die Grundrente fällt aufserhalb desRahmens unserer Arbeit. Fast alle Führer und Schriftstellerdes älteren Liberalismus haben sich an ihm beteiligt. Un-mittelbar nach Abschaffung der Korngesetze bereits kam eszwischen Jolm Bright und Richard Cobden zu einer Besprechungdarüber, ob man zuerst die Reform der Landgesetzgebungoder die des Parlamentes auf das Programm der liberalenPartei setzen solle. Auf Rat Cobdens entschied man sichfür letzteres, da erst ein erweitertes Wahlrecht die notwen-digen Handhaben zu durchgreifenden Reformen auf dem Ge-biete der Landgesetzgebung bieten werde. „Landreform" istseitdem mehr und mehr der Schlachtruf der liberalen Parteigeworden und dürfte die Veranlassung bieten, auf lange Zeithinaus die Interessen des städtischen Kapitals mit denen derstädtischen Arbeit zu verbinden.
Aber der wachsende Einflufs H. Georges in der Landfragezeigt, wie heute individualistische durch socialistische Strömungenersetzt werden. Die früheren Liberalen verstanden unter Land-reform hauptsächlich „Freihandel in Land" d. h. Beseitigungaller gesetzlichen Beschränkungen der Verfügungsfreiheit, soAufhebung der Fideikommisse und Erstgeburtsrechte, Ver-wandlung der dinglichen Besitzrechte (tenure) in Rechte auspersönlichen Pachtverträgen u. s. w. Alle diese Vorschlägesind lediglich im Interesse der kapitalistischen Klasse undhätten für den kleinen Pächter nur Verschlechterung seinerLage bedeutet, wie das Irische Landgesetz von 1860 bewies,welches Mill, damals Parlamentsmitglied, bereits von socia-listischem Gesichtspunkte angriff.
Seit dem Beginn der siebziger Jahre wird auf dem Ge-