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2 (1890)
Seite
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grofsen Arbeitgebers aus Manchester , dessen Wahl (Früh-jahr 1889) in einem rein industriellen, von den Stimmen derArbeiter abhängigen Wahlkreise vor sich ging. Der Kandi-dat erklärt darin, dafs er aus vollem Herzen ein Anhängerder Gewerkvereine sei, und den Glauben habe, dafs dieselbenbei intelligenter Verfolgung ihrer Zwecke, zum Gedeihen derenglischen Industrie beitrügen; er erklärt sich ferner für einenFreund der Mäfsigkeitsbewegung, welche in England mit derliberalen Sache verknüpft ist, einen Anhänger des Prinzips derNichteinmischung in auswärtige Angelegenheiten, einen Be-fürworter der internationalen Schiedsgerichte und der Lösungder irischen Frage im Sinne der Decentralisation. Auch zeigtdas Glaubensbekenntnis des Kandidaten jene socialistischeAbtönung, welche früher bei einem liberalen Arbeitgeber inEngland unmöglich gewesen wäre. Er verlangt Eingriff desStaates zum Wohle der Massen, aber führt bezeichnenderweisenur das Beispiel der Volkserziehung an, für welche der Staatmehr als bisher in Thätigkeit zu setzen sei, insbesondere fürdie technisch gewerbliche Seite der Erziehung. Am Schlüssewird auf das allgemeine Interesse hingewiesen, welches Arbei-ter und Arbeitgeber verbindet; als Grofsindustrieller sei derKandidat identisch mit den Interessen des Wahlkreises undder Wähler.

Dafs aber heute mehr als ein kühl verstandesmäfsigesBündnis, dafs wieder persönliche Bande zwischen Arbeiterund Arbeitgeber möglich sind, auch hierfür war mir der so-eben erwähnte Wahlfeldzug ein Beispiel. Der Kandidat be-schäftigt vorwiegend Arbeiter, die dem Gewerkverein derMaschinenbauer angehören. Bekanntlich ist derselbe einerder mächtigsten in England mit mehr als 50000 Mitglie-dern und mehreren Millionen Mark Vermögen; seine Ange-hörigen rechnen zu den fortgeschrittensten Arbeitern, bei