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2 (1890)
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anerkannt; Gladstone erklärt aus diesem Gesichtspunkt sogardie Arbeiterausstände als der Nation im ganzen nützlich 1 .Man sucht dem fremden Mitbewerber nicht durch lange Arbeits-zeit und niedrige Löhne, sondern durch Güte und Intensitätder Arbeit zuvorzukommen, während diejenigen festländischenIndustrien, in denen der Arbeiter am hülflosesten dem Kapitalausgeliefert und am schlechtesten bezahlt ist, am lautestennach Schutzzoll rufen.

Insofern, als eine Erhöhung der Lebenshaltung des Ar-beiters, wie sie durch Steigerung der Löhne und Verkürzungder Arbeitszeit bewirkt wird, mit dem industriellen FortschrittHand in Hand geht, läfst sich von einer Interessengemeinschaftzwischen grofsindustrieller Entwicklung und Arbeit sprachen.Eine solche besteht, wie schon hervorgehoben, zwischen deneinzelnen Beteiligten nicht. Denn jene Entwicklung, die beierhöhter Lebenshaltung des Arbeiters die Kosten der Arbeitauf gleicher Höhe erhält oder gar vermindert, vollzieht sichnur allmählich und nur in ganz ausnahmsweisen Fällen wirdder einzelne Arbeitgeber in der Lage sein, seines geschäft-lichen Vorteils wegen die Löhne zu erhöhen oder die Arbeits-zeit zu verkürzen, wie es wiederholt der ältere Brassey that.Gewöhnlich bestehen hinsichtlich beider entgegengesetzte In-teressen, welche, wie stets den Gegensatz zwischen Käuferund Verkäufer, die wirtschaftliche Machtfrage entscheidet.Dafs aber die Machtverhältnisse nicht mehr rein einseitige sind,wie sie früher waren, dafs damit die Lage des Arbeiters überihr Minimum sich emporhebt, erweist sich, im Gegensatz zuden Prophezeiungen des Marxischen Kapitals als verträglich mitder grofsindustriellen Entwicklung. Wenn man daneben jenesjeweils den Forderungen der Arbeit gesetzte Maximum be-

5 Yergl. Lloyd's News vom 4. Mai 1890,