wahrscheinlich in der konservativen Partei sich vereinigend,im Interesse der englischen Konkurrenzfähigkeit wirksamwerden. Zudem führt die wirtschaftliche Entwicklung mehrund mehr zu einer weiteren Konzentration, wenn auch nichtder Vermögen, so doch der Betriebe, vom Grofsbetrieb zumKolossalbetri'eb, ja vielfach zum einheitlichen Betrieb ganzerIndustriezweige mittelst der Kartelle und Trusts. In Amerika sind ganze Gewerbezweige so „monarchisiert" worden; inDeutschland sollen in die sechzig Industrieen bereits kartelliertworden sein; auch in England sind solche Entwicklungennicht unbekannt, wenn sie auch angesichts der noch entgegen-stehenden öffentlichen Meinung noch versteckt auftreten. Alleinwenn auch dem Kapital damit ein neues Machtmittel erwächst,kann diese Entwicklung da, wo die Arbeiter gut organisiertsind, das Anwachsen der Macht der Arbeiter nicht aufhalten.So ist in England zweifelsohne die Macht des Arbeitersim Wachsen. Bedeutet nun eine solche Entwicklung dieGefährdung des geistigen und sittlichen Besitzes der Nation,wie festländische Beurteiler zu fürchten geneigt sind?
Wir können hierfür die Tbatsachen um Rat fragen. Währenddie nordamerikanische Staatenwelt ein Abkömmling des älteren,agrarisch-kapitalistischen Englands ist, hat in den melancho-lischen Ebenen Australiens , an den Bergen und GletschernNeuseelands ein Spröfsling des neueren industriell-demokra-tischen Englands Wurzel geschlagen. Die Ziele der englischenArbeiterbewegung sind thatsächlich in den Staaten Australiens verwirklicht, über die das jüngst erschienene Buch des SirCharles Dilke 1 Aufklärung gegeben hat. Die Lebenshaltungdes australischen Arbeiters ist die höchste der Welt 2 . Der
1 Problems of Greater Britain, insbesondere Bd. II, Teil VI. London,Macmillan, 1890.
2 Die Löhne sind 100 % höher als in England für 20 °/o kürzere
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