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hat man auf die relative Arbeitslosigkeit geschoben, mit der die Edel-metalle Amerikas den Spaniern anheimfielen. Jenes: »wie gewonnen, sozerronnen« weist nicht nur auf die objektive Struktur der Wirtschaft hin,die allerdings die Sicherheit des Erworbenen nur als Preis einer gewissenSolidität des Erwerbes zu setzen pflegt: die Berufe des besonders leichtenund schnellen Erwerbes enthalten in ihren objektiven Umständen auchschon die Kanäle, durch die das Erworbene wieder abzufliefsen die natür-liche Tendenz und Chance hat. Seine wirksamere Begründung aber hatdas Sprüchwort in der psychologischen Verfassung; je schneller die teleo-logische Reihe bis zum Punkte des Geldgewinnes abläuft, desto wenigerGefühle von Kraftaufwand und Bedeutsamkeit sind in ihm summiert,desto oberflächlicher und deshalb leichter lösbar haftet er also im Wert-zentrum, desto eher also lassen wir ihn wieder aus der Hand. Wennaber auch so der aufwärts und der abwärts führende Abschnitt der Reiheeinen gemeinsamen Charakter gröfserer oder geringerer Spannung tragen,so bleibt doch zwischen ihnen selbst die Differenz, dafs das Geld, solangees noch nicht gewonnen ist, den Wert eines Endzwecks besitzt, den eszu verlieren pflegt, sobald es nun wirklich gewonnen und in seinem blofsenMittelscharakter — wo der Geiz dies nicht verhindert — empfunden ist.
Ich habe diesen Wendepunkt zwischen den beiden Abschnitten derteleologischen Reihe hervorgehoben, weil an ihm ein äufserst wesentlicherZug des Geldes eine sehr entschiedene Sichtbarkeit erreicht. Solangenämlich das Geld als nächstes und einziges Strebensziel das Bewufstseinerfüllt, hat es für dieses gewissermafsen noch eine Qualität. WirWülsten zwar nicht recht zu sagen, was für eine, allein die Interessiert-heit des Willens, die Konzentrierung der Gedanken darauf, die Lebhaftig-keit der daran geknüpften Hoffnungen und Bewegungen strahlen es miteinerWärme an, die ihm selbst sozusagen einen farbigen Schimmer leihtund uns den Begriff des Geldes überhaupt, noch abgesehen von derFrage nach dem Wieviel, bedeutsam macht. So entwickeln sich alleunsere praktischen Wünsche: solange sie unerreicht vor uns stehen, reiztuns das ganze Genus als solches, so dafs wir uns sogar oft genug derTäuschung hingeben, irgend ein noch so geringfügiges Mafs desselben,insofern es eben nur diese Sache ist, diesen Begriff darstellt, werde unsdauernd befriedigen. Unsere Begehrung geht zunächst auf das Objektseinem qualitativen Charakter nach, und das Interesse an der Quantität,in der jene Bestimmtheit sich darstellt, macht in der Regel seine Wichtig-keit erst geltend, wenn die Qualität schon in irgend einem Mafse ver-wirklicht und empfunden ist. Diese typische Entwicklung unsererInteressen ergreift das Geld in einer besonders modifizierten Weise. Da