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Der Bourgeois : zur Geistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen / Werner Sombart
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Erster Abschnitt: Der Unternehmungsgeist

Nebeneinander und das Über- und Untereinander der einzelnenTeilnehmer an dem Werke wohlgeordnet sei, und daß ihre Tätig-keiten nacheinander richtig ineinandergreifen:Sammlung derKräfte im Raum";Vereinigung der Kräfte in der Zeit", wiees Clausewitz vom Feldherrn verlangt.

3. Der Händler

Die Beziehungen, die der Unternehmer mit Menschen ein-geht, sind noch anderer Art, als sie mit dem Worteorgani-sieren" bezeichnet werden. Er hat seine Leute selbst erst an-zuwerben; er hat dann unausgesetzt fremde Menschen seinenZwecken dienstbar zu machen, indem er sie zu gewissen Hand-lungen oder Unterlassungen anders als durch Zwangsmittel an-hält: der Leiter einer Expedition will sich freien Durchzugdurch ein Gebiet verschaffen; er will sich und seine Begleitermit Lebensmitteln versorgen; ein kapitalistischer Unternehmerwill seine Erzeugnisse verwerten; ein Staatsmann will einenHandelsvertrag abschließen usw. Zu diesem Behufe muß erverhandeln": Zwiesprache halten mit einem andern, umihn durch Beibringung von Gründen und Widerlegung seinerGegengründe zur Annahme eines bestimmten Vorschlags, zurAusführung oder Unterlassung einer bestimmten Handlung zubewegen. Verhandeln heißt ein Ringkampf mit geistigen Waffen.

Der Unternehmer muß also auch einguterVerhandler,Unterhändler, Händler sein, wie wir denselben Vorgangin verschiedener Nuancierung ausdrücken"). Der Händler imengeren Sinne, das heißt der Verhandler in wirtschaftlichenAngelegenheiten, ist nur eine der vielen Erscheinungen, in denender Verhandler auftritt. Da jedoch diese Form des Ver-Handelns: dasHandeltreiben", in unserer Problemstellung vorallem uns interessiert, so sei noch einiges zu seiner Kennzeichnunghinzugefügt, wobei zu beachten ist, daß hier mit dem Wort