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Erster Abschnitt: Der Unternehmungsgeist
Schiffsbestand von 15000 t Raumgehalt hatte (1642), währendschon 1628 die Themseflotte 7 Indienfahrer mit 4200 t, 34 andereFahrzeuge mit 7850 t aufwies, hat der größte schottische Äafen(Leith) 12 Fahrzeuge mit zusammen 1000 Tonnen Tragfähig-keit, Glasgow hat 12 Fahrzeuge mit 830 t, Dundee 10 mit498 1 usw. ^). Bis ins 18. Jahrhundert hinein haben sieeigentlich keine eigene Flotte; bis dahin treiben sie ihren Äber-seehandel in Schiffen, die sie von den Engländern chartern (genauwie die Florentiner!).
Ihr Handel ist vielmehr ein Binnenhandel. Sie vermittelnden Warenaustausch zwischen den Äighländern und Londonern(so Dundee, Glasgow ); oder sie vertreiben selbstgefangeneFische oder Kohle oder eigene verfertigte Wollstoffe (plaidinA)nach Irland, Holland, Norwegen, Frankreich und bringen vondort Äopfen, Getreide, Mehl, Butter, Äolz usw. heim. Inihren Seelen glimmt aber ein mächtiger Erwerbstrieb, derwährend des 16. und 17. Jahrhunderts unter der Asche einerunerhörten Bigotterie verborgen ist und (wie wir noch sehenwerden) Ende des 17. Jahrhunderts plötzlich zur Flamme auf-schlägt, und sie zu erfolgreichen Anternehmungen zu Kaufe undin der Fremde sich drängen läßt.
In welchem Geiste aber sie ihre Geschäfte betreiben, läßtein schottischer Weisheitsspruch erkennen, den Marx einmalzitiert: „Wenn ihr ein wenig gewonnen habt, wird es oft leicht,viel zu gewinnen; die Schwierigkeit liegt darin, das Wenige zugewinnen."
Es ist mit einem Worte echt kaufmännischer Geist, es istechter „Kändlergeist', der überall durch ihre geschäftliche Tätig-keit hindurch scheint. Ein guter Beobachter hat diesen schottisch-florentinischen Geschäftsgeist am Anfang vorigen Jahrhundertseinmal treffend wie folgt beschrieben (indem er ihn in Gegen-satz zu dem Geist der irländischen Geschäftsleute stellt)'^):