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Dritter Abschnitt: Die sozialen Umstände
der kapitalistische Geist bildet einen Teil des Kapitalismus, wennwir darunter (was allein einen Sinn gibt) das kapitalistischeWirtschaftssystem verstehen. Ebensowenig Berechtigung hates also, jene Frage zu stellen, als etwa diese: entsteht die mensch-liche Seele aus dem Menschen oder dieser aus jener? Kapitalis-mus ist ja nicht da, wenn kapitalistischer Geist nicht da ist.
Also muß man die Frage, um ihr überhaupt einen Sinnzu geben, anders fassen. Man muß sie in eine Form bringen,in der kapitalistischer „Geist" als ein Selbständiges erscheint,' das nun als Bewirkendes oder Bewirktes auftreten kann. Dasgeschieht, wenn man dem kapitalistischen „Geist" nicht denKapitalismus (als Ganzes), sondern den kapitalistischen „Körper"gegenüberstellt, wie ich oben schon alle diejenigen Bestandteiledes kapitalistischen Wirtschaftssystems (bildhaft) bezeichnete, dienicht „Geist" sind: die also etwas außerhalb der Seele deskapitalistischen Unternehmens Befindliches darstellen: alles Organi-satorische mit einem Wort: alle Beziehungen zwischen fremdenPersonen, alle objektivierten Ordnungen, alle institutionellenEinrichtungen; zum Beispiel: eine Fabrikanlage, ein Buch-Haltungssystem, eine Äandelsbeziehung, eine Börsenorganisation,ein Lohnverhältnis usw.
Ich kann aber den kapitalistischen „Geist", wie er in einerlebendigen Person vorhanden ist oder Wurzel schlägt, auch inder Weise verselbständigen und nun wirklich dem „Kapitalismus "gegenüberstellen, wenn ich dabei an zeitlich oder räumlich ge-trennte Erscheinungen denke: der kapitalistische Geist, der in einerfrüheren Zeit zum Leben erweckt war, steht dem kapitalistischen Wirtschaftssystem von heute als ein Fremdes gegenüber; eben-so wie der kapitalistische Geist in einer Person dem „Kapitalis-mus ", der neben ihr besteht, gegenüber etwas Selbständiges ist.
And nun ist die Fragestellung statthaft: solcherweise ver-selbständigter kapitalistischer Geist kann (theoretisch) im Ver-