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Einleitung. Die Organisation der wirtschaftlichen Arbeit.
„Konsumtion“ feste objektive Schranken setzt, so enthält sie vorallem auch den Entscheid, welche Organe — Einzel- oder Kollektiv-persönlichkeiten — für die Gestaltung des Wirtschaftslebens mafs-gebend sind. Wir können diese Persönlichkeiten, von deren Willenalso die wirtschaftliche Thätigkeit der eigenen Person oder Fremderbestimmt wird, bei denen, im Bilde gesprochen, der Schwerpunktdes Wirtschaftslebens liegt, Wirtschaftssubjekte nennen undunter ihnen Konsumtions- und Produktionswirtschaftssubjekte unter-scheiden. Nur mit den letzteren haben wir es im Folgenden zuthun. Der Passivität der Wirtschaftsordnung gegenüber vertreten dieWirtschaftssubjekte alles, was das Wirtschaftsleben Aktives, Thätiges,Schaffendes in sich birgt, sofern von ihrer Initiative es abhängt,dafs sich überhaupt ein Leben entfalte, der Güterproduktions- undReprodulctionsprozefs in regelmäfsigem Verlauf sich abwickeln könne.Auf ihrem zweckbewufsten Handeln beruht das Wirtschaftsleben,ihr Handeln aber wird bestimmt und geleitet durch Zwecksetzungen,die selbst wiederum in bestimmten Motivreihen ihren Grund haben.Wollen wir also das Wirtschaftsleben einer Zeit recht in seineminnersten Wesen verstehen lernen, so müssen wir die Motive blofs-legen, die das Verhalten der Wirtschaftssubjekte bestimmen. Dabeiwerden wir uns ebenso wenig beruhigen können bei der Bezeich-nung eines „ökonomischen Sinns“, eines Erwerbstriebs als einheit-lich treibender Kraft für alle Zeiten, denn das wäre falsch, odereines farblosen „Egoismus“, denn das wäre nichtssagend, als wiruns damit genügen lassen dürfen, eine allgemeine Motivtafel aufzu-stellen, auf der eine bunte Reihe einzelner, individueller Motiveverzeichnet steht, sondern wir müssen in unserem Bestreben, indem Mannigfaltigen das Typische, in dem Wechsel die Regel zusuchen, darauf bedacht sein, die in einer bestimmten Zeit überein-stimmend wiederkehrenden Motivreihen der Wirtschaftssubjekte auf-zudecken. Diese das Wirtschaftsleben einer Zeit in seiner charakte-ristischen Eigenart bestimmenden, also historisch bedingten, zuGrundsätzen und Maximen des Verhaltens der Wirtschaftssubjekteverdichteten, prävalierenden Beweggründe wollen wir Wirtschafts-principien nennen.
Wir finden somit, dafs das Wirtschaftsleben der Menschenjeweils einer bestimmten Wirtschaftsordnung und bestimmten Wirt-schaftsprincipien untersteht. Eine Wirtschaftsordnung aber, die voneinem hervorstechenden Wirtscliaftsprincipe beherrscht wird, stellt,wie wir es nennen wollen, ein Wirtschaftssystem dar.
Nun noch einen Schritt und wir sind an unserem ersten Ziele!