Druckschrift 
1 (1902) Die Genesis des Kapitalismus
Entstehung
Seite
23
Einzelbild herunterladen
 

Zweites Kapitel. Betrieb und Betriebsformen.

23

oder erst vom Menschen in der ihm dienlichen Form hergestelltwerden, wie Arbeitsgebäude, Wege, Kanäle. Der Arbeitsgegenstandist dasjenige Ding, an dem sich die menschliche Arbeit betliätigt.Auch er wird entweder in der Natur fertig vorgefunden, wie dasErz oder die Kohle oder der Feuerstein, den der Mensch zuerstergriff, um sich ein Werkzeug daraus zu fertigen; oder aber er istselbst schon und das der Kegel nach Arbeitsprodukt. In diesemFalle nennen wir den Arbeitsgegenstand Rohmaterial. Das Roh-material kann ein genufsreifes Gebrauchsgut sein, wie die Traubeals Rohmaterial der Weinbereitung, die Kohle, das Salz, das Ölu. dergl. als sogenannte Hilfsstoffe der Produktion. Oder aber sichin einer Form befinden, in der es nur als Rohmaterial weitererVerarbeitung dienen kann, in diesem Falle heifst es Halb- oder(nach Marx) Stufenfabrikat, wie Roheisen, Holzfaser, Baumwoll-garn. Das Arbeitsmittel endlich ist ein Ding oder ein Komplexvon Dingen, die der Arbeiter zwischen sich und den Arbeitsgegen-stand schiebt, um sie als Machtmittel auf andere Dinge seinemZwecke gemäfs wirken zu lassen. Genauer können wir dann aktive,und passive Arbeitsmittel unterscheiden. Marx bezeichnet dieersteren alsdie mechanischen Arbeitsmittel, deren Gesamtheit mandas Knochen- und Muskelsystem der Produktion nennen kann; essind Werkzeuge und Maschinen, die thätig unter der Leitung desMenschen in die neuzuformende Materie eingreifen, während dieandere Kategorie der Arbeitsmittel die mehr passive Rolle in derProduktion spielt, als Behälter für Stoffe und Kräfte zu dienen, essind dies die Kessel, Röhren, Bottiche, Fässer, Körbe, Krüge etc.,jene Arbeitsmittel,deren Gesamtheit ganz allgemein als das Ge-fäfssystem der Produktion bezeichnet werden kann. SämtlicheBestandteile des sachlichen Produktionsfaktors können wir auchProduktionsmittel im weiteren Sinne nennen und unter ihnendiejenigen als Produktionsmittel im engeren Sinne unterscheiden, diebereits Arbeitsprodukte sind. Wir werden im folgenden, wo nichtsbesonders gesagt ist, von Produktionsmitteln in jenem weiteren Ver-stände als dem Inbegriff sämtlicher sachlicher Produktionsfaktorensprechen und also alle Betriebsanordnung in der Ausstattung dermenschlichen Arbeitskraft mit den für die Zwecke der Produktiongeeigneten Produktionsmitteln sich erschöpfen lassen.

Alle Organisation menschlicher Arbeit beruht, seitdem die aller-ersten Anfänge planmäfsigen Produzierens überwunden sind, aufnur zwei verschiedenen Principien: auf der Specialisation undder Kooperation. Nichts anderes vermag der Mensch zu er-