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1 (1902) Die Genesis des Kapitalismus
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374
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374 Zweites Buch. Die Genesis des modernen Kapitalismus .

handelt, indem er die betreffenden Stellen der beiden Quellen (Alvize da cada Mosto und Valentin Ferdinand ) urteilsvoll zusammenstellte und auslegte.Mir scheint nur, als ob Soetbeer die Bedeutung des Vordringens der Portu-giesen nach Süden nicht in ihrem vollen Umfange würdigte, weil er im wesent-lichen nur ihres Goldbezuges über Arguim gedenkt. Was sich aber an ent-scheidenden Änderungen vollzog, als die Portugiesen nun das Cap Verde umsegelten, war doch wohl zweierlei: 1. wurde jetzt das Gold führende Ge-biet (Wangara) auf den vierten, fünften oder sechsten Teil der früheren Ent-fernung (je nachdem es sich um den Transportweg nach Arguim, Marokko -Tunis oder Ägypten handelte) der Küste angenähert, und 2. wurde durch denBezug des Goldes von der Goldküste aus auch hier die Zwischenhand derarabischen Händler beseitigt.

Ob die Portugiesen im Wangaragebiet selbst Gold gewonnen haben,wissen wir nicht. Wohl aber ist es uns bezeugt von dem anderen afrika-nischen Gebiete, in dem sie auf reiche Goldschätze stiefsen: dem südost-afrikanischen Küstenlande. Soetbeer bemerkt (a. a. 0. S. 44) überdieses:Auch auf der Ostküste Afrikas haben ohne Zweifel die Portugiesennach Inbesitznahme von Mozambique und anderen Plätzen, namentlich imAnfänge des 16. Jahrhunderts, ansehnliche Goldbeträge erbeutet oder ein-getauscht. Duarte Barbosa und de Barros rühmen die damals dort er-worbenen Schätze und den Goldreichtum von Sofala .

Genauer als die genannten Autoren unterrichtet uns über die Minen vonSofala Th. Lopez, der im Jahre 1502 seine Reise in jene Gegenden antrat.Ihm verdanken wir vor allem die bereits erwähnte ziffermäfsige Angabe. Diebetreffende wichtige Stelle lautet in der Übersetzung bei Ramusio 1, 134C.:vennono alla capitana certi Mori honorati habitanti in detta isola (sc. Mozam-bique) . . . a quali per allhora si domandö assai de la casa della mina diCeffalla. e quelli in presentia dassai genti che quivi erano, risposono chehora donde veniva 1 oro, liavevano per certo che v era gran guerra e che pertal causa non veniva punto d oro alla mina. e quando vi fosse pace si puötrarre di detta mina due millioni di mitigali doro. et ciascuno mitigalovale un ducato e un terzo. e che gli anni passati quando era pace nel paese,le navi della Mecca e di Zidem e di molte altre parti levavano di detta minadetti duo milioni. Weiters versicherten die genannten honorables, dafs dieerfragten Minen dieselben seien, aus denen König Salomon seine Schätze ge-holt habe. Dafs aber die Goldausbeute dieser Gebiete während des ganzen17. Jahrhunderts nicht nachgelassen hat, dürfen wir aus den ÄufsernngenPyrards (1679), Taverniers, (1681) Wurfbains (1686) u. a. schliefsen, ausderen Reiseberichten Saalfeld seine Darstellung aufgebaut hat.

Zum Schlüsse will ich noch erwähnen, dafs nach der Angabe einigerAutoren die Franzosen bereits im 14. Jahrhundert mit ihren Flottenüber das Cap verde an der afrikanischen Küste vorgedrungen sein und vondort Gold in grofsen Mengen auf direktem Wege nach Europa gebracht habensollen:en 136466 les Dieppois promenaient leurs flottes aventureuses dans leseaux de lAfrique, semparaient du Senegal, penötraient jusquk Sierra-Leone ,sur la cote de Malaguette et jetaient, dans cette autre Egypte, les fonda-ments dun nouveau commerce . . . Le nom de lun des forts quils construi-