Wenn wir solche Berichte, wie den zuletzt erwähnten, ver-nehmen, aus denen wir uns eine Vorstellung von der Höhe kapi-talistischer Entwicklung in den verschiedenen Ländern Europas während des 15. und 16. Jahrhunderts bilden können, und wennwir dann eine Bilanz dieser Entwicklung am Ende der früh-kapitalistischen Periode ziehen, wie es in England etwa Ende des18., in den übrigen mitteleuropäischen Ländern, insonderheitDeutschland , um die Mitte des 19. Jahrhunderts erreicht war,so müssen wir darüber in wahrhaftes Erstaunen geraten: wie
ungeheuer gering die Fortschritte des Kapita-lismus bis in die neueste Zeit hinein trotz einer keines-wegs unerheblichen Vermögensaccumulation dochimmerhin nur gewesen sind. Fragen wir nach den Gründendieser frappanten Erscheinung, so darf uns als Antwort nicht dieFeststellung genügen, dafs sich die objektiven Bedingungen kapita-listischer Wirtschaft während jenes Zeitraumes so langsam erfüllthaben. Denn diese Antwort würde keine Erklärung, sondern nurdie Hinausschiebung einer solchen bedeuten. Wir werden im Ver-laufe unserer Darstellung sehen, mit welchem Raffinement derKapitalismus gröfstenteils sich selbst die Existenzbedingungenschafft, deren er bedarf. Warum also hat er sie erst im Verlaufdes 19. Jahrhunderts geschaffen, warum nicht früher? Nein, —wir werden vielmehr bestrebt sein müssen, nach VerumständungenAusschau zu halten, die die sagen wir einmal natürliche Entwick-lung des Kapitalismus in all' jenen Jahrhunderten aufgehalten haben.Solcherart Gegenströmungen wollen wir als Hemmungen derkapitalistischen Entwicklung bezeichnen. Solcher Hemmungen