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1 (1902) Die Genesis des Kapitalismus
Entstehung
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Dreiundzwanzigstes Kapitel.

Die Aufserliausindustrie

(insbesondere die baugewerbliche Unternehmung).

Von der kapitalistischen Durchdringung des Baugewerbes wurdeschon ausführlich gehandelt. Hier soll die Fiage zu beantwortenversucht werden: ob und in welchem Umfange der Kapitalismusselbständige Unternehmungen, und zwar zunächst in der Form desaufserhausindustriellen Betriebs (vgl. S. 204) in der baugewerb-lichen Thätigkeit heutzutage zu schaffen für gut befunden hat.Ich beginne mit der Maurerei und Zimmerei, die deshalban diese Stelle in unserer Übersicht gehören, weil von einerCentrale aus, d. h. von einem kapitalistichen Unternehmer oft genugan den verschiedensten Punkten, auf mehreren Bauten zugleichArbeitskräfte verwandt werden.

Beide Gewerbe tragen heute in den Grofsstädten durchaus,aber auch bereits in zahlreichen Mittel-und Kleinstädten kapitalistischesGepräge. Schon um die Mitte des 19. Jahrhunderts war die voneinem Maurer- oder Zimmermeister durchschnittlich beschäftigteAnzahl Gehilfen eine für damalige Zeit exorbitant hohe. Da jedoches noch die Regel bildete, dafs der Bauherr dem Meister dasMaterial lieferte, so waren diese nicht viel mehr als primi interpares, Vorarbeiter und Aufseher der Gesellen, ganz und gar keineUnternehmer. Letztere Eigenschaft besitzen sie nun aber heute fastdurchgehends und zwar nicht zuletzt deshalb, weil sie jetzt der Regelnach das Material zu liefern haben, also auf eigene Rechnung bauen undfolgeweise ein beträchtliches Kapital ihnen unentbehrlich ist.DerÜbergang zum Preiswerk hat in der Maurerei und Zimmerei, daes sich hier um relativ beträchtliche Werte und ziemlich lang-dauernde Arbeitsperioden handelt, ein grofses Betriebskapital er-forderlich gemacht und die Meister in kapitalistische Unternehmerverwandelt (U. IX, 310). Wenn wir also heute auch nur gleichen