Siebenundzwanzigstes Kapitel. Die Handwerker in der Gegenwart, ygg
Dafs auch die Verarmung der Handwerker wiederum sehr grofseGradunterschiede in den einzelnen Gewerbezweigen auf-weist, ist selbstverständlich. Es scheint, als ob durchgängig die Lage derNahrungsmittelhandwerker, namentlich der Fleischer, am günstigsten,die einiger Bekleidungshandwerker, namentlich der Schuhmacher,am ungünstigsten sich gestalte. Das mag teilweise in der Ver-schiedenheit der Lage ihrer Handwerke seinen Grund haben.Ebenso sehr können aber andere Momente hier Einflufs ausüben. Sopflegt sich die Zahl der Fleischereibetriebe viel besser der vor-handenen Arbeitsgelegenheit anzupassen, als etwa die der Schuh-macher ; aus dem sehr plausibeln Grunde, weil die Etablierung einerFleischerei erheblich gröfsere Mittel verlangt und deshalb schwierigerund seltener ist als die Ansetzung in anderen Gewerbezweigen.Ferner verfügen, aus demselben Grunde, die Fleischer und ver-wandte „teure“ Handwerker über gröfsere Mittel, mit denen sieentstehende Einnahmeausfälle decken können u. s. w.
Eines der lehrreichsten Symptome für den Wohlstand dereinzelnen Handwerker, an dem auch die Abstufung der verchiedenenGewerbe zum Ausdruck kommt, ist die Dienstboten haitun g.Ich teile hier für einige der wichtigsten Handwerker die Ziffernmit, welche die Berufszählung von 1895 zu Tage gefördert hat,und füge diejenige der Statistik von 1882 zum Vergleiche hinzu 1 .Danach kamen auf 1000 selbständige Dienende bei den:
1882
1895
Bäckern .
. 467
428
Gerbern.
. 445
466
Fleischern.
. 408
405
Tapezierern .
. 219
168
Buchbindern.
. 217
215
Uhrmachern.
. 173
175
Schlossern.
. 126
133
Sattlern.
. 112
107
Zimmerern.
. 107
88
Malern und Stuckateuren .
. 102
92
Hufschmieden . . . . ' .
. 98
90,7
Maurern.
. 88
72
Tischlern.
. 61
67
Schneidern.
. 36,5
31
Schuhmachern.
. 31,2
30,5
1 Vgl. P. Voigt, Das deutsche Handwerk etc. S. 680 f.