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2 (1902) Die Theorie der kapitalistischen Entwicklung : mit Register über Band 1 und 2
Entstehung
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Einleitung.

Peterswaldauer Fabrikant persönlich mit seiner Ware, deren tech-nische Produzenten die Weber im schlesischen Gebirge waren. DerAbsatz war ein stetiger und traditioneller. Er verkaufte an dieGrossisten aus Hamburg, Danzig , Königsberg, Rufsland, meist gegenbar, in der Münze des Landes. Am Abend hatte er oft 50 undmehr Münzsorten in seiner Kasse, die er nun entweder bei seinenGläubigern loszuwerden suchte oder bei den Bankiers einwechselte,die sich ebenfalls aus allen Hauptstädten auf den grofsen Messenpersönlich einfanden. Das Geldwechselgeschäft war noch fast daswichtigste Bankiergeschäft. Bezeichnend für die Auffassung desalten Bankiertums ist die Klage, in die bei Einführung der einheit-lichen Währung häutig solche Wechsler ausbrachen: nun sei ja ihrbestes Geschäft der Geldwechsel verdorben, die Vereinheit-lichung der Währung werde mehr Schaden als Nutzen für dasBankiergeschäft bringen!

Im Jahre 1846 wurde die preufsische Bank gegründet, alsFortsetzung der königlichen Bank und bei weitem bedeutendstesKreditinstitut. Sehen wir uns jedoch die Ziffern ihrer Geschäfts-berichte an, so staunen wir über ihre Geringfügigkeit, trotzdemsie verglichen mit den übrigen in Deutschland bestehenden Bank-instituten noch Grofses leistete. Noch im Jahre 1851 belief sichder Betrag 1

des Notenumlaufs.auf 18,86 Mill. Thlr.

der Depositen.. 24,18 ., ,,

der Lombarddarlehen.., 9,77 ,,

der Platzwechsel 2 3 * 5 . 6,91 ,,

der inländischen Rimessenwechsel 2 4.19

Weit zurück hinter diesen Ziffern bleiben, wie gesagt, diejenigender anderen deutschen Banken. Von öffentlichen Banken bezw. Bank-gesellschaften kommen nur die übrigen Zettelbanken in Betracht.Von ihnen weisen die bedeutendsten folgende Beträge auf:

*) Vgl. Lexis, Art. Banken (Statistik) im H.St., 1. Aufl., Bel. II, und

dazu die ausführliche Darstellung von F. Noback, Die deutschen Banken inihrem gegenwärtigen Wirken etc. in der Zeitschrift des Vereins für deutscheStatistik 1 (1847), S. 70 ff. 717 ff.

3 Charakteristisch für den geringen Entwicklungsgrad der verkehrswirt-schaftlichen Beziehungen ist auch die noch vorhandene Präponderanz der Platz-iiber die Versandwechsel, während beispielsweise im Jahre 1900 die Reichs-bank ankaufte für

3 220 Mill. Mk. Platzwechsel, dagegen für

5 330 ,, Versandwechsel auf das Inland.