100 Zweites Buch. Die Neugestaltung des Wirtschaftslebens.
lancl selbst; die Ausfuhr an „Abraumsalzen 11 betrug im Jahre 1899nur 367 828 t 1 .
Besondere Fortschritte hat der landwirtschaftliche Betrieb dortgemacht, wo die Zuckerrübenkultur Eingang oder weitereVerbreitung fand. Diese erfordert eine tiefe und sorgfältige Be-arbeitung und reichliche Düngung des Bodens, wie sie andererseitsdiese nicht nur durch ihre direkten Erfolge, sondern auch dadurchbezahlt machte, dafs der Acker für die übrigen Gewächse ertrag-reicher wurde. Nun stieg aber seit den 1870er Jahren das mitRüben angebaute Areal noch ganz erheblich; es waren mit Rübenbebaut: 1873/74 = 88 877 ha; 1892/93 = 352 015 ha; 1895 =390289 ha.
Ein weiteres Wachstum der Roherträge vom Ackerlande wurdedurch die Ausdehnung des Zwischen- und Stoppelfruchtbaus be-dingt. Beide Kulturen haben gerade in den letzten Jahrzehntenauch insofern grofse Fortschritte gemacht, als man sie auf vielePflanzen mit Erfolg ausgedehnt hat, die man früher hierzu garnicht oder nur ausnahmsweise benutzte: wie z. B. die Lupine, Sera-della, Senf, Wicken, Erbsen u. s. w. 2 . Gleichzeitig hat die Einsichtin die Gesetze des Pflanzenwachstums erhebliche Fortschritte ge-macht; die Lehren der Chemie haben ebenso wie die DarwinschenLehren eine weitere Verbreitung und Ausnutzung gefunden 3 .
Dafs infolge aller dieser Forschritte der landwirtschaftlichenTechnik eine beträchtliche Vermehrung der Ernteerträgeerzielt worden ist, ist selbstverständlich. Zur Illustration mögenfolgende Ziffern dienen: Nach einer aus den Wirtschaftsbüchernmehrerer Güter berechneten Erntestatistik brachten 100 ha Flächefolgenden Bruttoertrag Kornwert 4 :
1 1901, 117. Die zunehmende Düngungsintensität ist für die ältere Zeitan der Hand eines grofsen Materials nachgewiesen von J. Conrad, in seinenAgrarstatistischen Untersuchungen. Sep. 1872. S. 36 tf.
2 Vgl. von der Goltz, a. a. O.
3 Vgl. G. L i e b s c h e r, 25 Jahre allgemeiner Manzenbaulehre; W. R i m p a u,Landw. Pflanzenzüchtung; Max Maercker , Düngungswesen: sämtlich inder oben citierten Festschrift.
4 Joh. Conrad, Die Tarifreform im Deutschen Reiche nach dem Gesetzvom 15. Juli 1879. A. Die Getreidezölle in den Jahrbüchern für N.-Ö. Bd. 34(1879) und dazu jetzt die z. T. bis auf die Gegenwart weiter geführten Tabellenin den Sehr. d. V. f. S.P. Bd. 90. Reiches Material für die frühere Zeit ent-hält das op. cit. von J. R. Mucke im 3., 4. und 5. Abschnitt. Vgl. fernerdie Ziffern für hannoversche Güter, leider nur bis in die 1860er Jahrereichend, bei Werner Graf Goertz-Wrisberg, Die Entwicklung der Land-