132 Zweites Buch. Die Neugestaltung des Wirtschaftslebens.
Viel zahlreicher und vor allem in Betracht kommend sind nunaber die Leinwandstühle, die als Nebenbeschäftigung gingen, als„trauliche Nebenbeschäftigung des kleinen Mannes“, wie S ch mo 11 e rdamals meinte. Sie bilden den bei weitem gröfsten Teil aller als Neben-beschäftigung gehenden Stühle, von denen sie noch 1861 = 96°/oausmachten. Im folgenden sind entsprechend der bei Schmollermitgeteilten Tabelle für einige Jahre nur die sämtlichen überhauptals Nebenbeschäftigung gehenden Stühle, für den Rest aufserdemdie betreffenden Leinwandstühle aufgeführt.
Man zählte in Preufsen als Nebenbeschäftigung betriebeneStühle:
überhaupt
davon für Leinwand
1816
164870
1819
148 820
1822
191 026
1825
202404
1828
215 415
1831
223181
216 780
1834
229 134
220343
1837
245 968
246 294
1840
266 011
254441
1843
291 426
276071
1846
291129
278122
1849
287 729
274096
1852
292041
282982
1855
299027
288031
1858
300206
288483
Aus dieser Übersicht ergiebt sich, dafs die als Nebenbeschäf-tigung gehenden Stühle in Preufsen bis zum Jahre 1848 noch einewesentliche Vermehrung aufweisen, von 1819 bis 1843 eineSteigerung auf das Doppelte erfahren. Die Statistik bestätigt alsodie Richtigkeit der von uns oben angestellten allgemeinen Be-trachtungen. Dann bleibt der Bestand während der 1840er und1850er Jahre noch annähernd der gleiche, um später, wie wir nochsehen werden, rasch kleiner zu werden.
Wie eng aber die Ausdehnung der gewerblichen Neben-beschäftigung auf dem Lande mit dem Ganzen der gesamtenagrarischen Entwicklung zusammenhängt, zeigt die Thatsache, dafsin den östlichen Provinzen Deutschlands die Zahl der Webstühleauf dem Lande sogar noch über die Mitte des vorigen Jahr-