Druckschrift 
2 (1902) Die Theorie der kapitalistischen Entwicklung : mit Register über Band 1 und 2
Entstehung
Seite
185
Einzelbild herunterladen
 

Achtes Kapitel. Die Tendenz zur Städtebildung. 185

auch aufserhalb Europas eine gleiche Umschichtung der Bevölkerungbeobachten überall, wo der Kapitalismus zu Hause ist, dagegen sienicht finden in Ländern, wo dieser fehlt, mag auch sonst ihreKultur eine so alte und so hohe sein, wie sie wolle.

Demnach läfst sich eine Agglomerationstendenz in den Ver-einigten Staaten von Amerika, in Australien und Japan , keineaber in Indien nachweisen, wie folgende Ziffern ersichtlich machen:

In den Vereinigten Staaten betrug die städtische Be-völkerung von der Gesamtbevölkerung 1 :

1800 3,97 °/o

1850 12,49

1890 29,20

In den australischen Kolonien lebten in Städten über10000 Einwohner 1891 bereits 33,2 % 2 . Die Verschiebung seit 1851erweisen folgende Ziffern: es lebten in Städten über 10 000 Einwohner

in 1851 1891

Neu-Südwales.28,2 °/o 33,6%

Victoria.30,0 46,1

Queensland.0 16,3

Südaustralien.28 28,3

Neu-Seeland.0 24,0

In Japan wuchs die Bevölkerung während des Jahrzehnts188190 3

insgesamt um 11 %

in 6 Grofsstädten 51in 11 andern Städten 16

In Britisch-Indien dagegen, wo trotz allen englischen Ein-flusses der Kapitalismus noch in den Kinderschuhen steckt 4 , lebten

1 von Mayr, a. a. O.

2 F. A. Weber, 140.

3 ib. p. 130.

* Wie rückständig im ganzen die Wirtscbaftsverfassung Indiens noch heuteist, lehren die Zahlen der Berufsstatistik auf das deutlichste. Danach waren

von der Gesamt- von dembevölkerung Landvolk '

in ^primitive occupations beschäftigt, heifst also von

der Yerkehrswirtschaft noch völlig unberührt. . 84,84 % 88,26 °/o

insupplementary (semi - rural) occupations Be-schäftigte, heilst also ländliche Hausindustrielle . 5,47 °/o

in sonstigen Beschäftigungen Thätige. 9,69 °/o 11,74 %

100 100

Census von 1891 (General-Report, p. 94). Cit. bei Weber.