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2. die zunehmenden Ansprüche an den Komfort des Lebens,die im wesentlichen nur durch Ausdehnung der gewerblichen Pro-duktion befriedigt werden können;
3. der im dritten Kapitel dieses Bandes (S. 43 f.) geschildertewachsende Verzicht auf den Organisierungsprozefs der Natur, wo-durch immer gröfsere Gebiete unserer Gesamtproduktion der ge-werblichen Arbeit zugewiesen werden.
Was auf diese Weise entsteht, ist die reine oder, wie wir mitRücksicht auf die Entstehungsart auch sagen können, primäreIndustriestadt. Ihr Wachstumsprozefs vollzieht sich im Gegen-satz zu allen obigen Städtetypen mit rasender Schnelligkeit, ent-sprechend dem in schnellem Tempo steigenden Exploitationsbedürfnisdes Kapitals, das in den Industriestädten den natürlichen Verlaufder Prokreation gleichsam korrigiert und sich künstlich die zuseiner Existenz notwendigen Arbeitermassen schafft. Ein paarZiffern mögen diese im allgemeinen bekannte Erscheinung beleuchtenhelfen.
Einige der wichtigsten englischen Industriestädte wachsen wiefolgt: es hatten Einwohner 1
1685
1760
1881
6000
30—45 000
393 676
Birmingham
4000
28—30 000
400 757
7000
■—
309 026
Sheffield
4000
20—30 000
284 410
8000
17 711
111 631
Hüll
■—
20-24 000
161 519
Für Deutschland habe ich folgende Ziffern zusammengestellt,die nicht nur deutlich zeigen, dafs bei uns der Umgestaltungsprozefserst um die Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzt, sondern die auchseine zur Zeit noch immer geringfügige Entwicklungshöhe im Vergleich mit England ersichtlich machen. Es hatten Einwohner 2
1 Nacli der Zusammenstellung bei Toynbee, 36. Sie stützt sich für1685 auf Macaulay, für 1760 auf Defoe , Young, Macpberson und Eden. Ichgebe die Extreme der Schätzungen für 1760 an.
2 Für das Jahr 1816 bei den preußischen Städten nach dem Jahrbuch I(1863), 49 ff., für die zweite Ziffer bei den Städten über 50000 Einwohner nachdem Jahrbuch deutscher Städte YII (1898), 251; hier ist das Jahr 1843 Zähl-termin. Für die anderen preußischen Städte ist die zweite Zahl für 1849den „Tabellen . .. über den preußischen Staat für das Jahr 1849. Heraus-gegeben von dem statistischen Bureau zu Berlin I (1851)“, die dritte Zahl