Zwölftes Kapitel. Die Grunclrentenbildung in den Städten.
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In Florens bezahlte man 1855/56 das Quadratmeter amLungarno (also beste Lage) mit 16,50 1., in den auf den Arnomündenden Strafsen mit 10 1., 1888 kostete es im Centrum derStadt 100 1., und sogar schon in den Vorstädten 10—20 l. 1
In Triest stiegen die Mietpreise während der Jahre 1887—90für eine Wohnung von 6—8 Zimmern:
im Geschäftscentrum von 1700 1. auf 1850 1.
in der Vorstadt „ 640 1. „ 750 1.
in den neuen Stadtteilen „ 1200 1. „ 1400 1.
in den alten Stadtteilen „ 1000 1. „ 1100 1.,
die Ladenmiete wiederum um vieles rascher, nämlich in demselbenZeitraum im Centrum von 12—1800 1. auf 3000 l. 2
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Eine unmittelbare und, wie wir sehen werden, gerade fürdie Entwicklung der gewerblichen Organisationsformen ent-scheidende Folge dieser Bodenpreisdifferenzierung ist dasjenigePhänomen, das man Citybildung zu nennen sich angewöhnthat: die Entvölkerung der inneren Stadt, die in wachsendemUmfange nur noch als Verkehrscentrum, als Standort fürLäden und Kontors, aber nicht mehr für Privatwohnungen be-nutzt wird.
Wie sich denken läfst, ist die Citybildung am ältesten undgleichzeitig am fortgeschrittensten in London. Während wir im18. Jahrhundert die Geschäftswelt Londons noch in der Citywohnhaft finden, die sie nur über Sonnabend-Sonntag verläfst, umihre Familien auf den Landsitzen aufzusuchen 3 , beobachten wir schonin dem ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts einen offenbar frühereinsetzenden, wenn auch dann noch einmal in den Depressions-jahren 1811—1821 und 1831—1851 unterbrochenen Entvölkerungs-
1 Notizie ecc. pag. 150.
2 Notizie, 337.
3 Unter den Gründen, die zu der furchtbaren Ausdehnung des Brandesvon 1666 beigetragen haben sollen, führt Chamberlay ne (2, 192) an: „ 3 ) Thedead time of the Week, being Saturday Night, when Traders were retired totheir Country-Houses, and none but Maid-Servants, or young Apprentices leftto look to their City Ilouses.“