Neunzehntes Kapitel. Der Rückgang des Wanderhandels.
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seitdem stetiger Rückgang (1897 = 2362); in Breslau 1 : Maximum1889: 7317 ausgestellte Scheine, dann Rückgang: 1896 = 6735Scheine; Fichtelgebirge bis etwa 1893 Aufschwung, dann beginnenKlagen über Rückgang 2 ; im R.-B. Kassel ist der Hausierhandelneuerdings in der Abnahme begriffen 3 ; in Elsafs - Lothringen :Maximum 1895, seitdem Rückgang 4 ; Württemberg : bis 1887 un-gefähr gleichbleibende Ziffern, dann Rückgang 5 ; Bayern : Maximum1885, seitdem Abnahme oder Stillstand 6 .
Anbetrachts dieser genaueren Ermittlungen erscheint die „Über-sicht“ veraltet, welche dem Reichstag als Material bei Beratung derGewerbenovelle des Jahres 1896 vorgelegt wurde 7 , in der die Zahlender in den Jahren 1884—93 ausgestellten Wandergewerbescheinefür Hausierer mitgeteilt werden. Denn seit 1893 hat der Verfall derHausiererei, wie wir sahen, vielerorts erst recht begonnen. Immer-hin bestätigen jene Ziffern die Richtigkeit der Annahme, dafs derRückgang des Hausierhandels schon in den 1880er Jahren einsetzt.Nach jener Zusammenstellung wurden Wandergewerbescheine erteilt:
1884 212341
1885 215 272
1886 219132
1887 220770
1888 222900
1889 225 925
1890 225074
1891 224974
1892 225152
1893 226364
Zunächst ist zu bemerken, dafs die Ziffern der ausgestelltenWandergewerbescheine noch keinen sicheren Rückschlufs auf dieBewegung der Wandergewerbe selbst gestatten. Insbesondere kanneine Vermehrung der Wandergewerbescheine — und ist es häufig!— Zeichen des Rückgangs sein. Es kann nämlich unter Umständendaraus nur dieses resultieren, dafs der Hausierer genötigt ist, sein
1 H. 1, 58.
2 H. 1, 310.
3 H. 1, 164. 182.
4 H. 4, 12 ff.
5 H. 4, 137. Genauer H. 1, 464 ff.
6 Statistisches Jahrbuch für das Kgr. Bayern . 1894 ff.
7 Nr. 85 der Drucksachen des Reichstags. 9. Legislaturperiode IV. Session1895/96. S. 22/23.
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