Neunzehntes Kapitel. Der Rückgang des Wanderhandels.
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nommen worden. Wenigstens lassen darauf die wenigen, aber sehrbeweiskräftigen Ziffern scbliefsen, die wir über die weitere Ent-wicklung der Wanderlager und Wanderauktionen besitzen.
In den 1870 er Jahren wurde konstatiert, dafs sie mit besondererVorliebe die gröfseren Städte aufsuchten. Dort sind sie nunaber heute offenbar gänzlich bedeutungslos geworden.
So betrug beispielsweise in Breslau nach den Verwaltungs-berichten dieser Stadt 1
die Zahl der
VereinnahmteSteuer in Mk.
Wander-
auktionen
W anderlager-verkäufe
beide
zusammen
1889/90
10
1
ii
550
1890/91
2
1
3
1000
1891/92
3
4
7
500
1892/93
—
—
—
—
1893'94
1
—
1
50
1894/95
3
1
4
200
1895/96
4
—
4
200
1896/97
2
4
6
300
1897/98
1
2
3
150
In den 9 Jahren)1889/90 —1897/98 /
26
13
39
3050
Ganz ähnliche Ziffern liegen für andere Grofsstädte vor 2 3 * * * * .
Aber auch in den kleineren Städten und auf dem flachenLande sind die Wanderlager und Warenauktionen scheinbar zukeiner Bedeutung gelangt. Wenigstens lassen darauf die Ziffernschliefsen, die wir für das Grofsherzogtum Baden besitzen unddie uns ein Bild von der Entwicklung während der Jahre von1867 bis 1895 gewähren 8 . Es wurden im ganzen GrofsherzogtumBaden
1 Verwaltungsberichte der Stadt Breslau bezw. für die Jahre 1889/92,1892/95, 1895/98.
2 So waren 1600 Mk. Einnahme aus der Wanderlagersteuer in den Etats-jahren 1880 und 1893 der Höchstbetrag seit Erlafs des Wanderlagersteuergesetzesvom 27. Febr. 1880, den die Stadtgemeinde Köln vereinnahmte. Vgl. Be-richt etc. der Stadt Köln für das Etatsjahr 1898. S. 185.
3 Die Ziffern für die Jahre 1867—76 sind der Enquete des Jahres 1878
(S. 11), diejenigen für die folgenden Jahre dem Jahresbericht des Grofsherz.
Ministerium des Innern 1889—96 entnommen; letztere mitgeteilt in H. 5, 259.
Im Jahre 1876 werden die Wanderbetriebe schärfer zur Steuer heran-
gezogen.