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2 (1902) Die Theorie der kapitalistischen Entwicklung : mit Register über Band 1 und 2
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Drittes Buch. Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.

also ein gleiches Produktquantum bei Zusammenfassung zahlreicherProduktionsakte mit je einem geringeren Stoff- oder Kraftquantumerzeugt werden. Woraus dann natürlich folgt, dafs die Amor-tisationsquote, die durch partiellen Wertübergang jener Gebrauchs-gegenstände auf das Einzelerzeugnis, der Geschäftsmann sagtmittelsAbschreibung, in Form eines Produktionskostenpartikelchens denPreis des Produktes erhöhen hilft, um so geringer sein wird, jegröfser die Ausmessungen des Produktionsprozesses sind.

Nicht ebenso deutlich zu Tage liegen die Vorteile, die dergröfseren Produktionswirtschaft bei der Verwendung der zum fort-gesetzten Verbrauch gelangenden Produktionsmittel, also namentlichder Rohstoffe erwachsen. Ja, es wird sogar gelegentlich behauptet,dafs hier der Handwerker der kapitalistischen Unternehmung über-legen sei, weil ersparsamer mit dem Rohstoff umzugehen pflege.Dabei vergifst man leicht, dafs auf der andern Seite erst bei ent-sprechender Gröfse des Produktionsumfanges die Möglichkeitgeschaffen wird, diejenigen Teile des Rohstoffs, die bei bester Be-handlung ungenützt bleiben, also was man gemeinhinAbfällenennt, abermals zu nützen. Es ist die der erweiterten Produktions-basis entsprechende Massenhaftigkeit dieser Abfälle, die sie selbstwieder zu Handelsgegenständen macht. Nur als Abfälle gemein-samer Produktion und daher der Produktion auf grofser Stufenleitererhalten sie diese Wichtigkeit für den Produktionsprozefs, bleibensie Träger von Tauschwert. Diese Abfälle abgesehen vondem Dienst, den sie als neue Produktionselemente leisten ver-wohlfeilen in dem Mafse, wie sie wieder verkaufbar werden, dieKosten des Rohstoffs, in welche immer sein normaler Abfall ein-gerechnet ist, nämlich das Quantum, das durchschnittlich bei seinerBearbeitung verloren gehen mufs 1 .

Aber nicht die Verdichtung des Produktionsprozesses, nichtseine Ausweitung sind es am letzten Ende, was in unserer Zeitüber die Superiorität einer Produktionswirtschaft entscheidet, sindes also wohl auch nicht, die in dem Kampfe zwischen Handwerkund Kapitalismus den Ausschlag geben. Sondern worauf esvielmehr ankommt. ist die Vorzüglichkeit des Produktions-ver fahre ns. Weil offensichtlich bestimmte Verfahrungsweisen

1 Vgl. Marx, Kapital 3, I, 54 und 76if. Besondere Bedeutung liat dieVerwendung der Abfälle in der chemischen Industrie erlangt. Aber auch inanderen Industrien spielt sie u. U. eine grofse Rolle, so in der Textilindustrie(Shoddy), der Miihlenindustrie u. a. Vgl. den betreffenden Artikel in 0. LuegersLexikon d. ges. Techn. etc. Bd. I.