Drittes Kapitel: Die Entfaltung der wirtschaftlichen Energie 35
y) die Anforderungen des Kapitals nach, raschem Umschlag ist (nebender bereits erwähnten Anforderung der modernen Technik) eine deräußeren Gründe für die Steigerung des Beschleunigungsdranges;
S) die Vermehrung des Reichtums, die der einzelne erfährt, erzeugtden Drang in ihm nach immer weiterer Vermehrung: Pleonexie!
e) die Verallgemeinerung des Erfolges, des Aufstieges, des Reicher-werdens wirkt ansteckend;
0) die Aussicht auf Extraprofit — der bei dem revolutionären Cha-rakter der Wirtschaft in deren Wesen liegt — steigert die Energie insUnermeßliche und bringt das rastlose Jagen und Hasten hervor, dasunserer Wirtschaft eigentümhch ist: weil jeder Unternehmer durchVerbesserung des Verfahrens oder der Betriebsorganisation einen Vor-sprung vor dem Nachbar und dadurch eben einen Extraprofit hofft er-ringen zu können, ist sein Dichten und Trachten auf stete Neuerung ge-richtet, wird sein Unternehmerwillen stets aufs neue gestrafft, bleibtseine Spannkraft stets aufs äußerste gesteigert. In diesem Strebennach Extraprofit liegt, wie wir noch des öfteren festzustellen Gelegen-heit haben werden, das innerste Geheimnis der ihrem Wesen nach imhöchsten Sinne dynamischen Wirtschaftsführung des Hochkapitalismuseingeschlossen.
3. Die Versachlichung des kapitalistischen Geistes
1. Als ich die Entstehung des modernen Kapitalismus zu schildernunternahm, habe ich darauf hingewiesen, daß er ins Leben tritt mitder Ausbildung dessen, was wir die kapitalistische Unternehmungnennen: siehe namentlich das zehnte Kapitel des zweiten Bandes diesesWerkes. Dort habe ich als die Eigenart der kapitalistischen Vermögens-organisation die in der kapitalistischen Unternehmung erfolgende Ver-selbständigung des Geschäfts bezeichnet, das heißt: die Emporhebungeines selbständigen Wirtschaftsorganismus über die einzelnen wirt-schaftenden Menschen hinaus, die Zusammenfassung aller neben-und nacheinander sich vollziehenden geschäftlichen Vorgänge in einerWirtschaft zu einer begrifflichen Einheit, die aber dann selbst als derTräger der einzelnen Wirtschaftsakte erscheint und gleichsam eineigenes, das Leben der Individuen überdauerndes Leben führt. In derkapitalistischen Unternehmung, dem „Geschäft“, hat man ein kunst-volles Geist- und Zweckgebilde geschaffen, das in der Firma zur Rechts-einheit, in der wissenschaftlichen Buchführung zur Rechnungseinheit,in der Ditta zur Krediteinheit emporgehoben wird und als solches ein-
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