Sechstes Kapitel: Die äußere Wirtschaftspolitik.
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Betrachten wir das Ergebnis vom geographischen oder, wie es jetztheißt: „geopolitischen“ Gesichtspunkt aus, so handelt es sich um eineNeueinteilung der Erde, genauer um die Aufteilung Afrikas undPolynesiens unter die europäischen Großmächte (nachdem die andern Erd-teile schon aufgeteilt waren).
Nach der Zusammenstellung bei Supan gehörten den europäischenKolonialmächten (einschließlich die Vereinigten Staaten ):
1876
1900
Zuwachs
. . . 10,8%
90,4%
79,6%
. . . 56,8 „
98,9 ,,
42,1 „
. . . 51,5 „
56,5 ,,
5,0 „
. . . 100,0 „
100,0 „
—
. . . 27,5 „
27,2 „
Abnahme 0,30%
Die Ausdehnung der Herrschaftssphären der einzelnen Staaten ergibtsich aus folgenden Ziffern. Es gehörten den verschiedenen Staaten:
Englische Quadratmeilen Mill. Einwohner
1862
1912
1910
5,3
11,5
421
Rußland.
7,6
10,2
167
Vereinigte Staaten . . .
1,5
3,7
103
0,4
4,8
86
0,24
1,2
78
0,15
0,26
70
0,1
0,7
36
Insgesamt
15,0
32,36
961
Anteil an der gesamtenErdoberfläche bzw. ihrenBewohnern.
28,4%
62,3%
60%
China.
4,3
2,9
431
Erde.
52
52
1600
Nach der Zusammenstellung bei P. Lenz, Macht und Wirtschaft.
Zum Vergleich: Das römische Reich beim Tode des Augustus umfaßte3,3 Mill. qkm = 1,2 Mill. engl. Quadratmeilen mit 54 Millionen Ein-wohnern.
Die stärkste Konzentration der modernen Weltreiche fällt in den Zeit-raum von 1894 bis 1900.
Eine weitere, sehr bedeutsame Begleiterscheinung des neuen außen-politischen Kurses war
3. die Militarisierung der Staaten, in der ein „Neo-Militarismus“ (AlfredWeber) zutage tritt: Steigerung der Heeres-ausgaben infolge Wettrüstens mit einer gewissen Zwangsläufigkeit.Es trat neben die kapitalistische eine militärische Entwicklung, dieebenso wie jene eine Eigengesetzlichkeit hatte und sich nach dieser,Sombart , Hochkapitalismus. 5