Achtes Kapitel
Der neue Weg
Es gilt in diesem Kapitel, die sachliche Wesenheit der modernenTechnik zu bestimmen. Das kann nun offenbar nicht durch die Auf-zählung von tausend Einzelerfindungen und tausend Fortschritten derTechnik geschehen. Eine solche Aufzählung wäre ermüdend und würdedoch nicht erkennen lassen, worin das Besondere, das Eigenartige,das „Spezifische“ dieser Technik besteht. Dazu ist vielmehr notwendig,daß wir die „Grundzüge“ der modernen Technik, ihre „Prinzipien“,also das Allgemeine im Besondem nachweisen.
In dieser Richtung haben sich schon alle meine früheren Unter-suchungen bewegt, deren Ergebnis jetzt wohl von der Wissenschaftübernommen ist und das sich dahin zusammenfassen läßt: die moderneTechnik wird von einem Grundprinzip beherrscht: dem der Ent-waltung (Emanzipation) von den Schranken derlebendigen Natur.
Diese Entwaltung läßt sich nach den drei Seiten hin verfolgen, diebei jedem technischen Prozeß in Frage kommen: in der Benutzung vonStoffen, in der Anwendung von Kräften und in der Wahl der Yer-fahrungsweisen. Die folgenden drei Unterabschnitte sollen in diesendrei Beziehungen den Nachweis führen, daß meine These richtig ist.
I. Die neuen Stoffe
Ich stelle der Übersichtlichkeit wegen in schematischer Form eineListe der Ersetzungen zusammen, die ich in der Weise an-ordne, daß links diejenigen Stoffe aufgeführt werden, die ehedem vonder Technik für ihre verschiedenen Zwecke genutzt wurden, rechtsdagegen diejenigen, die heute an ihre Stelle getreten sind, die früherenStoffe also ersetzt haben.
1. Werlcstojfe:
Holz vor allem (benutzt als Werk-stoff für Schiffe, Brücken, Häuser,Werkzeuge, Gefäße, Schienen)Leder (Riemen)
Hanf (Taue, Seile)
Eisen, Stahl, Emaille, Blech
Stahltrosse
Draht, Stahltrosse, Kette
Eisen
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