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Erster Abschnitt: Das Kapital
Ausmaß doch offenbar durch den Umfang der Urstoffpro-duktion bedingt wird. Wir können durch die Stoffverarbeitungzwar unsere Güterwelt verfeinern, wir können ihr aber durch sie nichtum ein Gramm oder einen Zentimeter an Größe zusetzen. Nehmen wiralso an, einer Gesellschaft gelänge es, die Leistungsfähigkeit der ge-werblichen Arbeit auf das Zehnfache zu steigern, ohne daß ihr Urstoff-vorrat sich vergrößerte, so würde dieser Fortschritt an und für sichnicht ausreichen, den Subsistenzfonds auch nur für einen Arbeiter mehrzu beschaffen, das Sachkapital auch nur um ein kleines auszuweiten.Wohl kann aber eine Vervollkommnung der gewerblichen Produktionauf Umwegen zur Vermehrung des Sachkapitals beitragen, indemsie bewirkt
daß Arbeitskräfte für die Urstoffproduktion frei werden;
daß mehr Urstoffe mit einem gegebenen Arbeitsaufwande ver-arbeitet werden können;
daß mit derselben Stoffmenge mehr Bedarf befriedigt werden bann;
b) eine andere Möglichkeit, eine Wirtschaft von gegebener Raum-größe auszubauen, bietet die Vervollkommnung des Transport-wesens und die dadurch herbeigeführte Steigerung der Mobilisier-barkeit (Bewegbarkeit) der Güter.
Unter Mobilisierbarkeit verstehe ich die Verwendbarkeit der Güteran einem anderen Orte als dem der Produktion. Sie ist abhängig vonzwei Faktoren: der natürlichen und der ökonomischen Transportierbar-keit der Güter. Die natürliche Transportfähigkeit wiederum ist abhängigvon der natürlichen Beschaffenheit des Gegenstandes, von der Kunst,den Gegenstand bewegbar zu machen, und von der Beschaffenheit derTransportmittel; die ökonomische Transportfähigkeit wird ausschließ-lich bestimmt durch die Höhe der Transportkosten.
Man hat für die ökonomische Transportfähigkeit eine ganze Reihevon „Gesetzen“ aufgestellt (die bei Lichte besehen gar keine Gesetze inirgendwelchem vernünftigen Sinne des Wortes sind, sondern schlichteanalytische Sätze):
Das Lardnersche Gesetz: daß die Absatzfähigkeit eines Gutes imquadratischen Verhältnis zu seiner Transportfähigkeit wächst: „LardnersLaw of Squares in transport and trade“ (siehe Marshall, Industry andTrade, 27). Das Gesetz ist zuerst aufgestellt in Lardners Railway Economy(1850); das Kniessche Gesetz: daß jede Erniedrigung der Transportkostendie Transportfähigkeit der Güter in umgekehrtem Verhältnis zu ihremWerte steigert (siehe Knies, Eisenbahnen, 79); das Gesetz: daß die Trans-portfähigkeit eines Gutes im geraden Verhältnis zur Höhe seines spezi-fischen Wertes steht.