Druckschrift 
3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 1 (1927) Die Grundlagen - Der Aufbau
Entstehung
Seite
256
Einzelbild herunterladen
 

256

Erster Abschnitt: Das Kapital

K. Apelt, Die Produktionsentwicklung der Baumwolle in den Sehr,d. V. f. S.-P., Bd. 142, 4. Teil, Seite 32.

Die Entwicklung der Baumwollproduktion insbesondere spiegelnfolgende Ziffern wieder:

1826—1830: 67900 t

1846—1850: 503800 t

1866—1870: 911300 t

1886—1890: 1869100 t1896—1900: 2491000 t1912/13: 4380000 t

Von dieser Menge lieferten die U. S. A. etwa die Hälfte.

Die beiden nächstwichtigen Produktionsgebiete sind Ostindien (20%)und Ägypten (3—5 %, so daß für die übrigen Länder (Brasilien, China, Ruß-land, Kleinasien ) etwa 25% verbleiben. Ebenda.

Die Wollproduktion der Erde stieg von

853,88 Mill. kg in den 1880er Jahren auf1262,10 ,, ,, in den Jahren 1900—1910.

Von dieser Menge lieferte Europa etwa 25 %, Australien und Neuseeland zusammen 32%, Südamerika 20%, die Vereinigten Staaten 11%, Kap-land 5%.

Vgl. auch Seite 296 ff. ts ;

Nun ist ja aber diese an sich schon gewaltige Erscheinung derräumlichen Ausdehnung des Aabaugebietes noch keineswegs die ent-scheidende und wichtigste Tatsache, wenn man die Bedeutung dieserEntwicklung für die Entfaltung des Hochkapitalismus ab schätzen will.Was noch viel mehr ins Gewicht fiel, war dieses: daß auf den neu demAnbau erschlossenen Gebieten — mochten sie in alten Kulturländern,mochten sie in neuem Siedlungslande liegen — die Erzeugungs-kosten außergewöhnlich niedrige waren. Es strömten also demwesteuropäischen Kapitalismus nicht nur große Massen von Güternzu, sondern — und nur darum konnten sie so massenhaft geliefertwerden — unerhört billige.

Die Gründe, weshalb die Agrarprodukte in den neuerschlossenenGebieten so billig hergestellt werden konnten, waren:

(1) produktionstechnischer Natur. Überall stieß man auf un-gewöhnlich fruchtbare Ländereien; das gilt für Osteuropa, das gilt vorallem für Amerika. Überall waren die Bodenpreise — im Vergleich zuden westeuropäischen — niedrig. Überall konnte die Wirtschaft dahersehr extensiv betrieben werden.

Als Max Sering sein schönes Buch über die landwirtschaftlicheKonkurrenz Nordamerikas schrieb (1887), stellte er folgende Boden-preise fest: westliches Oregon und Washington bestes Marschenland60 $ für den Acker; östliches Oregon: „Grundstücke, welche sechs Jahre