Druckschrift 
3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 1 (1927) Die Grundlagen - Der Aufbau
Entstehung
Seite
260
Einzelbild herunterladen
 

260

Erster Abschnitt: Das Kapital

. - Und soinit: billige Preise der Rohstoffe und Nahrungsmittel billiges Sachkapital für den europäischen Kapitalismus . Da aber dieniedrigen Preise am Verbräuchsorte noch von einem zweiten Umstandebestimmt wurden: den Transportkosten, so werde ich weitere Preis-angaben erst machen, nachdem ich die Entwicklung' der Transport-kosten dargestellt habe : siehe unten Seite 281 f.

Alle diese Wirkungen würden wenngleich in abgeschwächtemMaße auch eingetreten sein, wenn die Wirtschaft in den neuen An-baugebieten Ersatzwirtschaft gewesen wäre. Offenbar war sie es aberin weitem Umfange nicht. Das heißt: vielerorts artete der Anbau inAbbau aus. Da uns dieser als eine besonders interessante Erscheinungfür sich beschäftigen wird, erörtere ich das Problem des landwirt-schaftlichen Raubbaues im Zusammenhänge mit den anderen Abbau-fällen. 7

III. Der Abbau

1. Die erste Möglichkeit, von derSubstanz zu leben, das heißtalso, das natürliche Einkommen zu überschreiten, ist, wie wir sahen,der nicht ersetzte Verbrauch von Nährstoffen in der Acker-krume. Wir nennen eine Landwirtschaft, die sich dieses Mittels be-dient, um zu billigen Erzeugnissen zu gelangen, eine Raubwirtschaft.Und Raubbau ist in wohl all den Gebieten' getrieben worden, ausdenen der Zuschuß von Agrarprodukten zu den Erzeugnissen West-europas im 19. und 20. Jahrhundert kam.

Von den Getreide produzierenden Weststaaten der nordamerikanischenUnion schreibt Sering in den 1880er Jahren:Es ist eine allgemeine Klagein diesen Ländern, daß ... die Fruchtbarkeit (sich) durch Raubbau ver-mindert hat. . . Die Weizenerträge werden immer mehr unsicherer und sindauf vielen länger kultivierten, aber nie ausgeruhten oder gedüngten Grund-stücken auf 512 busheis vom Acker (335670 kg per Hektar) gesunken. . .Man bestellt zu viel Land in der bekannten, ganz oberflächlichen Weise,wirft den Dünger in den Fluß oder verschleudert ihn auf andere Weise;es ist ganz gewöhnlich, daß man mehrere Ernten Mais oder Weizen hinter-einander von demselben Acker nimmt. A. a. 0. S. 481, 489.

Der Raubbau äußerte sich in der Abnahme der Erträge von der Einheitder Bodenfläche. So betrug die durchschnittliche Erntemenge Mais vomAcre (nach dem Stat. Abstract U. S.):

18661875: 26,1 busheis18761885: 25,518861893: 24,018941898: 24,518991903: 23,9