Siebenundzwanzigstes Kapitel: Die ökonomische Anpassung 469
Diese Ziffern sind außerordentlich lehrreich, vor allem wegen derSchwankungen, die sie aufweisen. Man kann die ganze Industrie- undsogar Wirtschaftsgeschichte der Vereinigten Staaten aus ihnen ablesen.Was uns aber an dieser Stelle allein angeht, ist das Verhältnis, in demdie beiden Größen: Arbeitslohn und Mehrwert, angewachsen sind. Daweisen denn die Ziffern auf einen aufregenden Wettlauf zwischen denbeiden Partnern hin: bald läuft der eine, bald der andere rascher.Aber — der Mehrwert hat doch die stärkeren Lungen und die rascherenFüße: er bleibt in dem Wettlauf Sieger. So sehr auch die Arbeitslöhnegestiegen sind: der Mehrwert ist im großen Ganzen rascher gestiegen.Er läuft im Durchschnitt der Jahre mit einer Geschwindigkeit von3,08 gegen eine solche von 2,52, die der Arbeitslohn aufbringt.
Die Arbeiterschaft hat sich dem Kapitalismus auch öko-nomisch angepaßt: das war es, was wir feststellen wollten.
Um die Glaubwürdigkeit meiner obigen Berechnung zu erhöhen, willich noch auf die Berechnung eines Amerikaners aus der letzten Zeit hin-weisen, die ganz andere Größen zum Gegenstände hat und doch fast genauzu demselben Ergebnis kommt wie meine. Alwin H. Hansen nimmt dieProduktion als Ganzes und stellt ihr den von ihm errechneten Betragder Reallöhne gegenüber. Dann ergibt sich, daß von 1820 bis zur Gegen-wart gestiegen ist im Jahresdurchschnitt:
die Produktion um 1,29%der Reallohn „ 1,04 ,,
Wie man sieht, stehen diese beiden Größen in fast genau demselbenVerhältnis wie meine Ziffern: 3,08 und 2,52.
Alwin H. Hansen, Factors affecting trend of Real wages im Am.Econ. Journal. March 1925.