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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 1 (1927) Die Grundlagen - Der Aufbau
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Achtundzwanzigstes Kapitel

Zur theoretischen Besinnung

I. Die Aufgabe

Wir wollen in diesem Abschnitt Antwort auf die Fragen finden:Wie hat sich die dritte Bedingung erfüllt, die erfüllt werden mußte,damit der Hochkapitalismus zu voller Entfaltung kommen konnte?Wer hat ihm die Erzeugnisse abgenommen, die er in Massen hervor-brachte? Wie ist das Problem des Massenabsatzes gelöst worden?

Behufs Erleichterung unserer Aufgabe werden wir wieder einigetheoretische Erörterungen anstellen, ehe wir an die geschichtlicheUntersuchung herangehen. Das heißt: wir werden das rationale Schemaentwerfen, das sich bei idealtypischer Reinheit des Sachverhaltes er-gibt. Welches ist aber der reine Sachverhalt ? Offenbar eine Wirtschaftrein kapitalistischen Gepräges. Also eine solche, bei der als Abnehmerder Erzeugnisse nur die Kapitalisten und die Lohnarbeiter in Betrachtkommen, in der also die Nachfrage ausschließlich durch die Summedes Mehrwerts und der Arbeitslöhne gebildet wird.

Die Frage ist dann die: Vermag der Kapitalismus sich auszuweitenoder was, wie wir wissen, auf dasselbe hinausläuft: Ist Akkumulationdes Kapitals in einer rein kapitalistischen Wirtschaft dauernd möglich ?Wenn ja: Auf welche Weise vollzieht sich die erweiterte Reproduktiondes Kapitals nach der Seite des Absatzes hin betrachtet? Auf dieseFragen sind sehr verschiedene Antworten erteilt worden, an die wirim folgenden anknüpfen wollen.

II. Die Lehrmeinungen üder die Ausdehnungsfähigkeit des

Kapitalismus

Seit altersher stehen sich zwei Ansichten schroff gegenüber, diewir als optimistische und pessimistische bezeichnen können.

1. Die optimistische Auffassung wird von den meistenKlassikern, namentlich und in besonders ausgeprägter Form vonJ. B. Say, Ricardo und etwa noch Mc Culloch vertreten. Sie istbegründet worden durch Say in seinerTheorie des debouches,