Neunundzwanzigstes Kapitel: Die exogene Nachfrage
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Land nicht beschieden gewesen wäre, und hat dadurch eine „Über-produktion“ an bestimmten Gütern aufgehalten, die sonst unvermeid-lich eingetreten wäre. Man denke an die Erleichterungen, die die west-europäische Montanindustrie durch den Bau von Eisenbahnen auf derganzen Erde erfahren hat!
(3) Soweit die überwiesenen Wertbeträge sich nicht in Kapitalverwandelten, wie bei einem erheblichen Teile der Anleihen, und nurbenutzt wurden, um kapitalistisch hergestellte Waren zu beziehen,wie etwa bei der Ausstattung der Heere, ist um den Betrag der Leih-summe tatsächlich exogene Nachfrage geschaffen worden, um deret-willen ich dieses Vorganges an dieser Stelle Erwähnung getan habe.
Um welche Beträge es sich dabei handelte, wird die folgende Über-sicht erkennen lassen.
Die Internationalisierung des Kapitals1. Allgemeine Ziffern: Im Jahre 1914 schätzte man die Anlagen imAuslande bei den drei wichtigsten Gläubigerländern auf folgende Beträge:Großbritannien . . 70 Milliarden Mark
Frankreich .... 36 ,, ,,
Während der letzten Jahre vor dem Kriege legten in ihren Kolonienund im Auslande jährlich an:
Großbritannien . . . 2000—4000 Millionen Mark
Frankreich. 1600'—2000 „ „
Über die Entwicklung der Auslandsanlagen der einzelnen Länderunterrichten folgende Ziffern, die erkennen lassen, daß der Anteil derAuslandsanlagen in den verschiedenen Staaten verschieden war: Groß-britannien wird mehr und mehr ein Bentnerstaat und verwendet sein Kapi-tal in wachsendem Umfange im Auslande, in Frankreich bleibt der Anteilder auswärtigen Kapitalanlagen, der immer schon hoch gewesen war,seit den 1870er Jahren ziemlich unverändert, während er in Deutschland, dem kapitalistisch tatkräftigsten Lande Europas, sinkt.
Jahr
1875
1885
1895
1905
1909
Im Auslande Gesamtkapitalangelegtes Kapital
— 8545
1302 10037
1600 10663
2025 13036 (4?)
2332 13986
Bei C. K. Hobson, 1. r. pag. 207.