Druckschrift 
3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
Entstehung
Seite
527
Einzelbild herunterladen
 

527

Zweiunddreissigstes Kapitel

Die Elemente der Marktbildung*

Zu wiederholten Malen habe ich im ersten und zweiten Bande diesesWerkes meine Ansichten über die Elemente der Marktbildung: Begriffund Arten des Marktes, Preisbildung usw. dargelegt. Ich verweise denLeser auf jene Stellen, die er an der Hand des Sachverzeichnisses leichtfinden wird, und will hier nur einige zusammenfassende Bemerkungenmachen, die das früher Gesagte teilweise ergänzen.

I. Begriff und Arten des Marktes

1. Unter einem Markt wollen wir den Inbegriff einer größerenAnzahl in Beziehung stehender Tauschvorgänge verstehen.

Nicht jede Begegnung von Angebot und Nachfrage bildet alsoschon einen Markt. Ausgeschlossen bleiben vielmehr die gelegentlichenund voneinander imabhängigen Tauschvorgänge.

2. Bestandteile jedes entwickelten Marktes sind folgende:

a) eine Markt gesinnung. Das ist das Fluidum, die geistigeAtmosphäre oder Stimmung, innerhalb deren eine Wechselwirkungzwischen den einzelnen Tauschakten obwaltet. Sie stellt das innereAbhängigkeitsverhältnis zwischen den einzelnen Tauschakten her undbildet das, was wir den inneren Markt nennen können;

b) eine Marktordnung. Ist diese bewußt geschaffen undniedergeschlagen in einer Veranstaltung zur Begegnung von Angebotund Nachfrage, so sprechen wir von einem organisierten Markte;diesen Markt können wir auch als äußeren Markt bezeichnen;

c) eine Markttechnik. Das ist das bestimmte Verfahren zurAbwicklung der Marktvorgänge.

Ein Markt ist das Gebiet, auf dem die Austauschbedingungen(insbesondere die Preise) sich rasch und leicht ausgleichen (C o u r n o t),wie etwa: der Wohnungsmarkt einer Stadt, der Arbeitsmarkt einesGewerbes, der Hypothekenmarkt eines Landes, der Weltmarkt fürDevisen.