Vierzigstes Kapitel
Erweiterung und Erhellung des Marktes
Es tändelt sich um die Gestaltung der äußeren Bedingungen,unter denen der Verkehr auf dem (Kapital-, Arbeits- und Waren-)Markt stattfindet, und deren Veränderungen im Zeitalter des Hoch-kapitalismus (Markt im geistigen Sinne einer Tauschbezogenheit,einer Marktgemeinschaft, einer Ausgleichung gefaßt).
Was sich hier in der Marktgestaltung vollzogen hat, findet seinGegenstück in der Umbildung unseres Städtebildes und unserer Bau-weise, mit der es sogar zum Teil in einem ursächlichen Zusammen-hänge steht. Der frühere Marktverkehr spielte sich — bildlich und inWirklichkeit — in kleinen Lichtkreisen ab, die selber nur im Zwielichtlagen, in engen, winkligen Gäßchen, Läden, Buden, in denen allesMarktwissen auf persönlicher Ertastung und Erkundung beruhte. Immatten Scheine der Öllampe. An deren Stelle ist heute die elektrischeBogenlampe getreten, die ihr Licht weithin über große, freigelegtePlätze ausgießt. Auf ihnen (oder in taghell erleuchteten Palästen)wickelt sich der heutige Marktverkehr (im, wirklichen und noch mehrim bildlichen Sinne) ab.
Erweiterung und Erhellung gehen bei dieser Umbildung Handin Hand. Die Entstehung großer, einheitlicher Märkte ist teils Vor-bedingung für die Erhellung, teils schafft sie diese, teils wird sie durchdie Erhellung auf anderen Gebieten erst möglich. Das alles soll imfolgenden im einzelnen aufgewiesen werden.
I. Die Erweiterung1. Der Kapitalmarkt
In den Anfängen besteht kein „Markt“ für Kapitalien; diesewerden unberührt voneinander einzeln beschafft. Dieser Zustandherrscht noch heute etwa im Hypothekenverkehr in kleinen Städten.
Auch das Beteiligungskapital für Privatunternehmungen wirdnicht auf dem Markte besorgt, es liegt vielmehr immer ein Sonder-abkommen mit Sonderbedingungen vor.
Ein Fall nichtmarktmäßiger Kapitalbeschaffung ist aber auch