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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
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798 Dritter Abschnitt: Die Gestaltung d. Wirtschaft!. Prozesses i. d. Geschichte

klingen hier die Fremdwörter: Import- und Exporthandel), weil hierdie Zahl der Vermittler im Laufe der Entwicklung besonders groß ge-geworden war. Schär hat in einer sehr lustigen Tabelle (auf Seite 177seines öfters genannten Werkes) die Glieder aufgezählt, die die Kette-des Außenhandels aufweist, und hat gleichzeitig im Bilde die verschie-denen Möglichkeiten der Ausschaltung schematisch dargestellt. Danachunterscheiden wir beim vollentwickelten Überseehandel neun verschie-dene Stellen, die die Ware durchläuft, oder, wenn wir Produzent undKonsument abziehen: sieben verschiedene Händlertypen, die sich umden Umsatz der Ware bemühen. Das sind: 1. der Einkäufer, 2. derGroßeinkäufer, 3. der Exporteur, 4. der Importeur, 5. der Großhändlerim Importhafen, 6. der Großhändler im Inland, 7. der Detailhändler.

Von diesen Händlertypen können nun theoretisch beliebige undbeliebig viele ausgeschaltet werden. Es gilt (nach S chär) dabei folgendes:Jedes nachfolgende Glied hat eine Möglichkeit mehr für den Einkaufund eine Möglichkeit weniger zum Verkauf als das vorhergehende Glied..Dabei ist nicht zu übersehen, daß die Initiative zur Ausschaltung so-wohl des Einkaufs als des Verkaufs von jedem Zwischengliede ausgehenkann; jedes Zwischenglied spielt also bei diesem Prozeß der Ein- undAusschaltung eine aktive und eine passive Rolle; passiv wird sie in derRegel dann werden, wenn ein vorhergehendes oder nachfolgendes Gliedes für vorteilhaft erachtet, auf dessen Dienste zu verzichten bzw. diesesich selbst anzugliedern.

ln der Wirklichkeit sind auch alle möglichen Fälle der Ausschaltungeingetroffen. Vor allem aber sind es zwei Glieder, die sich als be-sonders schwach (oder unnütz) erwiesen haben, und die deshalb in derRegel am frühesten (und häufigsten) ausgeschaltet sind. Das ist imImporthandel der von Schär als Großhändler im Inlande bezeichneteBetrieb, das, was der Importeur im europäischen Seehafendie zweiteHand oderdas oberländische Haus nennt. Das waren die in dengroßen Binnenstädten ansässigen Großhandelsfirmen vom Schlage derT. 0. Schröter-Handlung in Breslau.

Während im Exporthandel am leichtesten entbehrt werden konnteder Exportspezialist einer Branche: Stahlwaren, Textilwaren, Spiel-waren eines Bezirks: der englischeMerchant alten Stils.

Vgl. für die Beurteilung des früheren Zustandes, von dem die Ent-wicklung ihren Ausgangspunkt genommen hat, die Ausführungen imvierunddreißigsten Kapitel des zweiten Bandes unter III.