802 Dritter Abschnitt: Die Gestaltung d. wirtscliaftl. Prozesses i. d. Geschichte
Serien und Biskuiten, eine Kaffeerösterei, eine Wurstfabrik, eine Konserven-fabrik, eine Mostrichfabrik;
2. in Pantin eine Destillation für Alkohol, eine Likörfabrik, eineParfümerie-, eine Seifenfabrik;
3. in Epernav eine Champagnerfabrik mit Kellereien;
4. in Libourne (Gironde) einen Lagerkeller für Bordeauxweine;
5. in Jarnas (Charente) ein Kognaklager;
6. in Miramont (Lot et Garonne ) eine Pflaumendörranstalt, eine Ge-müsekonservenfabrik.
Diese Fabriken beschäftigen 4000 Personen ständig, in der Saison er-heblich mehr.
Außerdem besitzt die Firma bei Tunis fünf Landgüter mit einer Flächevon 28 000 ha, wo Zerealien, Wein und Oliven angebaut werden.
Siehe die Beschreibung bei P. Passama, L’integration du travail(1910), 133/134.
Auch die in der letzten Zeit vor dem Kriege in Frankreich gegründeten„Societes d’alimentation et d’approvisionnement“, wie „L’Epargne“ inToulouse, „La Naneienne d’Alimentation“ in Nancy, „L’AlimentationGenerale“ in Bordeaux u. a., die einen Umsatz bis 20 Mill. Franken undbis 200 Filialen jede hatten, ruhen auf einer ähnlichen Organisation.(Vgl. Passama, a. a. O.)
Ganz gleiche Verhältnisse finden wir in den Vereinigten Staaten: Sears Roebuck & Co., das größte Versandhaus Amerikas, „ kontrollieren“ ver-schiedene Industriebetriebe und besitzen selbst 15 Fabriken, in denen fastalle von ihnen verkauften Waren hergestellt werden. Siehe Lincoln,a. a. O. Seite 615. Marshall Field&Co.,das größte Warenhaus der VereinigtenStaaten, hat 3 Fabriken im Ausland, 14 Textilfabriken und beschäftigtin seinen Produktionsbetrieben 4000—6000 Personen. Nach dem von derFirma selbst herausgegebenen Handbuch: J. H i r s c h , Wunder, 159.
Nach der Gewerbezählung beschäftigten im Jahre 1907 1902 Waren-handelsbetriebe 31 114 Hausindustrielle.
Stat. d. D. R. Band 220/221, Seite 182*.
Über die Wirksamkeit der Konsumvereine, die sich in ähn-licher Richtung bewegt, ist hier, wo nur die Entwicklung des Kapitalismuszur Darstellung gelangt, noch nicht zu sprechen (siehe das 58. Kapitel).
Versuchen wir diese wichtige Erscheinung der teilweisen odervölligen Ausschaltung der Handelsfunktion zu w ü r d i g e n , so werdenwir zunächst nach den treibenden Kräften fragen müsseu,die auf sie hindrängen. Da finden wir:
(1.) das Bestreben der Kartelle, ihre Herrschaft zu sichern;
(2.) das Bestreben der verschiedenen, an der Warenbeschaffung be-teiligten Stellen, durch Ausschaltung der Profite, die an anderen Stellengemacht werden, ihre eigenen Profite zu erhöhen oder eine Verbilligung•der Waren herbeizuführen.