EiuuudfünfzigBtes Kapitel: Die Konzentration
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(1.) den Werkbetrieb,
(2.) den Wirtschaftsbetrieb erster Ordnung (die Unternehmung),
(3.) den Wirtschafts betrieb höherer Ordnung (den Konzern). Diesenwollten wir kürzer als Finanzbetrieb bezeichnen.
Diese drei Betriebsarten und die auf sie sich erstreckende Konzen-trationsbewegung scharf in der Wirklichkeit auseinanderzuhalten, istnicht immer leicht. Vor allem, weil das Ziffernmaterial der Statistik,dessen wir gerade für die Klarlegung des vorliegenden Problems ganzbesonders dringend benötigen, keineswegs immer oder auch nur inden meisten Fällen diese Unterscheidung trifft. Was die Statistik überBetriebsgrößen mitteilt, bezieht sich in der Regel nur auf die Ge-staltung der Werkbetriebe, die zu allerdings erfreulich vielen Malenmit den Wirtschaftsbetrieben in ihrem Umfange zusammen fallen. Wosich aber Werkbetrieb und Wirtschaftsbetrieb trennen — und das ge-schieht in unserer Zeit immer häufiger —, sind wir oft in groß er V erlegen-heit, mit Genauigkeit festzustellen, welchen von beiden die Statistik imAuge hat. Noch viel mehr versagt diese gegenüber den Wirtschafts-betrieben höherer Ordnung, die, wie wir sehen werden, einstweilen nurin vereinzelten Fällen von der Statistik erfaßt sind. Wir werden alledie Darbietungen namentlich der amtlichen Statistik immer erst darauf-hin zu prüfen haben, welche Betriebsart denn mm eigentlich die Be-griffseinheit bei der Zählung gebildet hat.
2. Die treibenden Kräfte
So verschieden die Wege sind, auf dem die Konzentration verläuft,so mannigfaltig sind die Gründe, die sie bewirken. Auch hier kommtman mit so simplizistischen Vorstellungen wie dem „Verwertungs-streben des Kapitals“ nicht mehr aus. Bei genauerem Zusehen ent-decken wir etwa folgende Zusammenhänge: Zunächst kann man zwischenprimärer, sekundärer, tertiärer usw. Konzentration unterscheiden. Dieprimäre Konzentration erfolgt aus Gründen, die nicht in der Kon-zentration selber liegen, sondern irgendwo anders, wie wir gleich sehenwerden. Die sekundäre Konzentration hat ihre Veranlassung ineiner schon an anderer Stelle erfolgten Konzentration, wenn etwa dieBankenkonzentration stattfindet, weil die industrielle Konzentrationvorher vollzogen ist. Die tertiäre gründet in der sekundären usw.
Was nun die Motive selbst anbetrifft, die zur Konzentration führen,so sind sie auf den verschiedenen Gebieten des Wirtschaftslebens sehrverschieden. An allgemeinen Aussagen lassen sich etwa folgende machen:
So mbart, Hoohkapitalismus II. 52