824 Dritter Abschnitt: Die Gestaltung d. Wirtschaft!. Prozesses i. d. Geschichte
weisen in diesem Zeitraum vier eine Tendenz zur Vergrößerung, dagegenfünf eine solche zur Verkleinerung auf:
Staaten mit Vergrößerungstendenz der Durchschnittsfarm
Staatengruppe
1900
1910
1920
East North Central . .
76,3
79,2
81,0
die
West North Central
127,9
148,0
156,2
' länder
West South Central .
52,7
61,8
64,4
Mountain.
82,9
86,8
123,3
Staaten mit Verkleinerungstendenz der Durchschnittsfarm
Staatengruppe
1900
1910
1920
42,4
38,4
39,1
Middle Atlantic . . .
63,4
62,6
62,5
South Atlantic ....
47,9
43,6
41,9
East South Central
44,5
42,2
42,2
Pacific.
132,5
116,1
102,2
Fragen wir nach den Gründen, warum in der Landwirtschaftkeine Neigung zur Betriebskonzentration besteht, so liegen sie für denvorurteilslosen Beobachter und Beurteiler zutage. Soviel ich sehe, sindes vornehmlich folgende:
(1.) Das Kapital hat keine große Vorliebe, sich in der Landwirt-schaft produktiv zu betätigen (weshalb es auch so wenig Aktiengesell-schaften in der Landwirtschaft gibt). Und zwar wohl deshalb nicht,wie ich an einer anderen Stelle schon äußerte, weil die Gewinnchancen,namentlich die Aussicht auf Extraprofit, dank dem bei intensivem Be-trieb abnehmenden Ertrage, in der Landwirtschaft geringer sind alsanderswo. Dazu kommt, daß die kapitalisierte Grundrente den Boden-preis so hoch gesteigert hat, daß ein lohnender Kapitalprofit bei Neu-erwerb eines Grundstücks nicht zu erwarten ist. Endlich wird der Um-stand mitsprechen, daß die Beschaffung der Arbeitskräfte in der Land-wirtschaft wegen ihres Saisoncharakters größere Schwierigkeiten be-reitet als anderswo.
(2.) Die Landwirtschaft steht nicht in gleichem Maße unter demZwangsgesetz der Konkurrenz: einerseits wegen ihres starken eigen-wirtschaftlichen Einschlags, der den landwirtschaftlichen Betriebvom Markte überhaupt unabhängig macht; andererseits dank demUmstande, daß die Preise landwirtschaftlicher Erzeugnisse der Regelnach nicht nach den Produktionsbedingungen der besten, sondern nach