Druckschrift 
3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
Entstehung
Seite
826
Einzelbild herunterladen
 

826 Dritter Abschnitt: Die Gestaltung d. Wirtschaft!. Prozesses i. d. Geschichte

Nach G. Fischer, Die soziale Bedeutung der Maschine in der Land-wirtschaft (1902), ist die Grenze der Verwendbarkeit für die durch Zug-

tiere bewegten Maschinen:

bei Drillmaschinen von 3,7 m Breite. 17,0 ha

,, » » L8 ,, ,, 8,8 ,,

,, Hackmaschinen .0,233,7 ,,

,, Getreidemähmaschinen mit Selbstablage .... 7,1

Handablage. 5,1

,, ,, Garbenbinder .... 24,3 ,,

,, Dampfpflügen. 1000,0

Beim Dampfpflug ist rentabel:

das Zweimaschinensystem bei 38 % Tagen Benutzung,

Ein 48%

Dieses Optimum erreicht selbst der einzelne Großbetrieb selten, weshalbauch bei diesen die Dampfpflüge meist ausgetauscht werden. Von 2995 Be-trieben, die Dampfpflüge verwandten, benutzten nur 415 eigene Maschinen.

Die Dampfdreschmaschine ist erst bei einer Benutzungszeit von12,1 Tagen billiger als Handdrusch; in 12,1 Tagen werden aber 121000 kggedroschen; solche Mengen Getreide dreschen aber selbst sehr große Betriebenicht aus; daher wiederum starke leihweise Benutzung.

Vgl. auch A. Lang, Die Maschine in der Rohproduktion. 2. Teil. 1904.

Es ist möglich, daß diese Sachlage durch Verbreitung der elektri-schen und Benzinmotoren eine Veränderung erfährt. In der abgelaufenenPeriode haben diese Kräfte ihre umstürzende Wirkung noch nichtgeäußert.

Viele der Vorzüge aber, die der Großbetrieb zweifellos auch in derLandwirtschaft hat, konnte sich der Kleinbetrieb zunutze machen, imwesentlichen mit Hilfe des genossenschaftlichen Zusammenschlusses.Da ich über diesen in anderem Zusammenhänge ausführlicher sprechenwill (siehe das 58. Kapitel), so begnüge ich mich hier mit diesemHinweise.

Endlich verliert der Großbetrieb an Vorsprung vor dem Kleinbetriebdadurch, daß dieser, wie ich sagte, in mancher Hinsicht jenem sogarüberlegen ist. Das ist der Fall überall dort, wo über die Leistungsfähig-keit des Betriebes das Maß von Arbeitsintensität und Axbeitsinteresscentscheidet, die beide beim Kleinbetrieb, das heißt hier dem bäuerlichenBetriebe, größer sind als im Großbetriebe. Wozu kommt, daß sich derkleine, selbständige Wirt leichter Entbehrungen auferlegt und, wenn esnötig ist, seine Arbeitskraft niedriger einschätzt, als es beim Lohnarbeiterim Großbetriebe der Fall ist, wenn dieser überhaupt zu bekommen ist.In der Unabhängigkeit von dem Lohnarbeiter liegt ein letzter entschei-dender Grund für die Überlegenheit des bäuerlichen Wirtes.