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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
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842 Dritter Abschnitt: Die Gestaltung d. wirtschaftl. Prozesses i. d. Geschichte

Zweige der chemischen Großindustrie weisen nämlich folgende Anteil-

ziffern des Großbetriebes auf:

Anorganische Säuren und Alkalien.82,6%

Verfertigung von Bleistiften.88,5%

Sprengstoffe und Zündwaren.89,4%

Anilin- und Anilinfarbenfabrikation.98,2%

Dazu kommt, daß auch in der chemischen Industrie, ähnlich wie inder Elektrizitätsindustrie, die Großunternehmung und die Konzerne einebesondere Bedeutung erlangt haben. Schon vor dem Kriege war die In-dustrie in wenigen großen Werken zusammengeballt. Seitdem hat die-Zusammenschlußtendenz weiter bestanden und hat schließlich zu einemTrust in der chemischen Großindustrie, der Interessengemeinschaftder Farbenindustrie, geführt.

Die Textilindustrie endlich weist in sich die größten Gegensätze der-Betriebsgestaltung auf: während einige Zweige den kleinen und mittlerenBetrieb fast völlig ausgeschaltet haben, ist dieser in anderen Zweigenbis 1907 vorherrschend geblieben.

Zu den großbetrieblich organisierten Zweigen der Textilindustriegehört im wesentlichen die gesamte Spinnerei mit 89% Großbetrieblern.

Dieser Satz wird noch übertroffen von der

Baumwollspinnerei.mit 94,3%

Flachs- und Hanfspinnerei. ,, 95,1 %

Jutespinnerei. 99,9%

Hinter der Spinnerei steht die Weberei zurück, die als Ganzes nur73,2% Großbetriebler aufweist, während die Extreme gebildet werdenvon der

Juteweberei .mit 97,3%

und der Leinenweberei. 53,8%

Verhältnismäßig wenig konzentriert sind folgende Zweige der Textil-industrie :

Strickerei und Wirkerei.47,2%

Seilerei und Reepscklägerei.40,6%

Posamentenfabrikation.37,8 %

Häkelei, Stickerei, Spitzenfabrikation.24,8%

Diese Zweige der Textilindustrie mit klein- und mittelbetrieblichen Nei-gungen beschäftigen ungefähr ein Viertel der in der gesamten Gruppeermittelten Gewerbetätigen: 242156 von 1088280.

Die Konzentration in der Textilindustrie, soweit sie besteht, hat sichgrößtenteils während des letzten Menschenalters vollzogen, wie folgende?Ziffern erkennen lassen.

Der Anteil der im Großbetrieb beschäftigten Personen betrug:

1882

1895

1907

Spinnerei.

- 71,1%

85,9%

89,0%

davon: Wollspinnerei.

. . . 60,6%

78,0%

79,2%

Weberei.

34,3%

59,8%

73,5%

davon: Seidenweberei . . . .

17,8%

57,3%

72,5%

Leinenweberei . . . .

7,3%

29,4%

53,8%