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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
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Einundfünfzigstes Kapitel: Die Konzentration

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werden wir wiederum unterscheiden müssen: Gründe der Vergrößerungs-tendenz, Gründe der Konzentration im weiteren Sinne und Gründe, wes-halb sich eine Konzentration im engeren Sinne nicht vollzogen hat.Die Gründe selber werden wir einteilen können in betriebsrationaleinnere, betriebsrationale äußere und irrationale.

Die betriebsrationalen inneren Gründe liegen inder Eignung der Betriebsgrößen für die verschiedenen Bankgeschäfte.

Kein Zweifel, daß auch im Bankwesen der Großbetrieb erheblicheVorzüge aufweist. Die ihm dort eigenen Vorzüge sind vornehmlichfolgende:

(1.) Steigerung der Emissiouskraft. Diese wird vor-nehmlich durch drei Umstände gebildet:

a) großes Kapital, um große Beträge übernehmen zu können;

b) große Kundschaft, um viele Effekten ,.placieren zu können,tunlichst unter Vermeidung der Börse;

c) großen Überblick, um die richtigen Emissionen zu bewerk-stelligen.

Während die gesteigerte Emissionskraft der Bank ebenso wie demPublikum Vorteile gewährt, bietet die Großbank Vorzüge anderer Art,die entweder ihr selbst oder der Kundschaft zugute kommen;

(2.) V orteile, die die Kundschaft genießt: jegrößer eineBank, desto leichter sind ihre Akzepte zu verwerten, desto leichter sindWechsel bei ihr unterzubringen, desto leichter wickelt sich der Ab-rechnungs- und Giroverkehr ab, desto größer ist unter sonst gleichenUmständen die Sicherheit, die sie gewährt;

(3.) V orteile, die die Bank genießt: ihr Risiko wird geteilt unddadurch vermindert: nach der persönlichen Seite (durch Vermehrung derKunden im Kontokorrentverkehr), nach der sachlichen Seite (durchVermehrung der Arten der Bankgeschäfte) und nach der örtlichen Seite(Ausgleich der Konjunkturen in verschiedenen Ländern).

Diesen zahlreichen Vorzügen der Großbank kann der kleine undmittlere Bankbetrieb im Grunde nur einen entgegensetzen, deraber unter Umständen schwer wiegt: seine persönlichere Geschäfts-führung. Diese äußert sich in der individualisierenden Behandlung derGeschäfte auf Grund besonderer Personen- und Sachkenntnis: derKredit kann unter Berücksichtigung besonderer Lagen gewährt werden,der Kunde kann in seiner Vermögensverwaltung besser beraten werdenals vom Angestellten am Schalter der Großbank u. ä. Dazu kommt,daß für manche Geschäfte diese zu bureaukratisch ist. So beispielsweise