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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
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908 Dritter Abschnitt: Die Gestaltung d. wirtschaftl. Prozesses i. d. Geschichte

Ergebnis der Zeitmessung bei 5 verschiedenen Beobachtungen: 0,19, 0,19,0,22, 0,21, 0,19 Minuten. Geringste Zahl also = Normalfall 0,19 Minuten.

Hauptsache ist nun, daß diese Beobachtungen dem Beamten Gelegen-heit geben zur Verbesserung des Arbeitsverfahrens. So kommt es, daßin einem Betriebe wie der Tabor Mfg. Co. fast kein Tag vergeht, an demnicht irgendeine Arbeit infolge der Leistungsstudien auf ihre Zweckmäßig-keit hin nachgeprüft und vervollkommnet wird. Siehe R. Seubert, a. a. 0.Seite 106 ff. u. ö.

Ist der Normalfall festgestellt, so muß er als solcher kenntlich ge-macht und aufbewahrt werden:ZurNachachtung. Das geschieht durch

b) die Abfassung von Vorschriften, in denen der Normalfall be-schrieben oder angedeutet ist: jedes Formular, jeder Vordruck, jedesReglement enthält solche Vor-Schriften, die in manchen Fällen inganz wenigen, rein symbolischen Hinweisen bestehen, wie etwa derAnbringung von Buchstaben oder der Färbung der Blätter und Mappen,in anderen Fällen genaue Instruktionen einschließen, wie etwa dieUnterweisungskarte Taylors.

Es erübrigt nun nur noch

c) die Einordnung des Einzelfalles (Einzelauftrages) in das Schema,was auch einheitlich von der Zentrale aus bis in die letzten Winkeldes Betriebes hinein geschehen und nicht an irgendeiner Stelle derWillkür des einzelnen Funktionärs überlassen werden soll. Lieblings-gedanke von Taylor: dieserverlangt auch für die Einzelverfahrendie . . . schriftliche Festlegung und außerdem die schriftliche Bekannt-gäbe derselben an den Arbeiter (Arbeitsunterweisungen). Damit erzielter, daß dem Arbeiter jede Handhabe für eigene selbständige Handlungenoder gar Überlegungen genommen ist. Dieser hat weiter nichts zu tunals vor Inangriffnahme einer Arbeit die dazu gehörige Arbeitsunter-weisung zu lesen und die darin niedergelegten Vorschriften zu befolgen.

Der springende Punkt bei diesem ganzen Verfahren der Normungist der: daß der gesamte Produktionsprozeß als Ganzesund in seinen einzelnen Teilen in einem vollständigenSystem von Vor-Schriften schon im Geiste besteht, ehe erim einzelnen Falle begonnen wird. Und zwar in doppelterGestalt: als typischer Fall und als Einzelfall.Bevor jedes Guß- oderSchmiedestück in die Werkstatt kommt, muß sein Lauf über die ver-schiedenen Bearbeitungsmaschinen mit Angabe der Zeit, Zeichnungs-nummer, Art der Bearbeitung, Hilfseinrichtungen und Spannvor-richtungen bestimmt sein. (Taylor.) Auch hier hat Taylor nichtsgrundsätzlich Neues gefordert, die Entwicklung des vergeistetenBetriebes drängte seit langem in diese Richtung und hatte sich seit