914 Dritter Abschnitt: Die Gestaltung d. wirtschaftl. Prozesses i. d. Geschichte
gängerin“ war (A. Riedler), ist man heute dazu gelangt, die Herstellungso zu vereinheitlichen und so zu präzisieren, daß die einzelnen Teilezweier Maschinen auswechselbar sind (system of interchangeable parts).
Fragen wir nunmehr, welche Beziehung zwischen diesem solcherartentwickelten Maschinen- (Apparate-) System und der Arbeit deslebendigen Menschen besteht, oder — in der von uns bevorzugtenSprechweise — wie sich die Entseelungs- und Vergeistungsvorgänge zu-einander verhalten, so scheint mir etwa folgendes der Tatbestand zu sein.
(1.) Daß die von der Maschine oder in dem Apparate ausgeführteStoffveränderung keine beseelte Arbeit sei, dürfte außer Zweifel sein.Es ist überhaupt keine „Arbeit“ mehr. Denn wir wissen ja von früherher, daß es das Wesen des Automaten ausmacht, dasjenige zu ver-richten, was früher Arbeit des Menschen war. Wenn der eine Automat„druckt“, wenn in einem anderen Schwefelsäure destilliert wird, so wärees absurd, hierin einen seelischen Vorgang zu sehen. Denn das Geist-gebilde — der Automat — hat doch wohl keine Seele.
Das also sollte klar sein.
(2.) Um was sich der Meinungsstreit allein drehen kann, ist die Frage,welchen Charakter die Arbeit behält oder bekommt, die dem Menschenneben dem Automaten verbleibt. Deren haben wir dreierlei Artenzu unterscheiden:
a) die gestaltende Arbeit,
b) die Maschinen (Apparate) verbindende Arbeit,
c) die Maschinen (Apparate) bedienende Arbeit.
(3.) Es besteht nun zweifellos die Neigung, alle diese drei Artender Arbeit, wo sie noch beseelt ist, zu entseelen, zu vergeisten. Dasheißt aber nichts anderes als dieses: den Automatismus zu ver-
vollständigen.
Ist das möglich?
Was die gestaltende und verbindende Arbeit anbetrifft: in vielenFällen (wir werden sehen: nicht in allen) ja. Es gibt heute schonFabriken, in denen kein Teil der gestaltenden und kein Teil der ver-bindenden Arbeit überhaupt noch von Menschen ausgeführt wird, indenen also nach diesen beiden Seiten hin die Vergeistung vollständigdurchgeführt ist. Anders steht es mit der bedienenden Arbeit. Hierist nun festzustellen, daß sie niemals eine völlige Entseelung erfahrenkann. Nicht nur aus dem empirischen Grunde, weil in zahlreichenFällen während des Produktionsprozesses die persönliche Entscheidungdes Menschen nötig ist, sondern aus dem logischen Grunde, weil