Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
101
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Critik über die Gefangne» des Pl.nUuS. 10t

dem Euripidcs gesagt, daß er die Eiurichttmg und die Regel»des Theaters nicht verstanden. Kann man also von dem Plau-tus nicht ein gleiches sagen?

Wenn also bis zu Philokratcs Abreise, nach meiner Rech-nung, die Handlung vier Stunden dauert, und von der Zeitseiner Wiederkunft bis zu Ende noch drey Stunden gehören,so bleiben von 24 Stunden noch 17 Stunden zu des Philo-kratcs Hin- und Herreise. Aber auch in diesen 17 Stundenkann die Reise unmöglich verrichtet werden, wenn man auchzugeben wollte, Philokratcs habe bey seiner Ankunft in Elisseinen Batcr und den Mcnarchum und alle andre gleichsamwartend auf ihn angetroffen, daß er ohne sich aufzuhalten gleichmit brennendem Kopfe wieder fortrennen können. Doch vielleichtwiderspricht wohl gar Plautus selbst dieser Meynung. SeinGedicht soll sich gegen das Abendessen enden, und der vierteAufzug endet sich auch wirklich mit den Anstalten darzu. Nunfragt sichs, um welche Zeit aßen die Griechen zu Abend? Hc-dclin behauptet, daß sie sehr späte in der Nacht gegessen. Me-nage hingegen erweiset genugsam, daß es mit Untergang derSonne geschehen; und also fast zu eben der Zeit, wie wir eszu thun gewohnt sind; wir wollen annehmen um acht Uhr. Danun Herr Costc selbst sagt, daß sich das Stück einige Zeit vordem Abendessen, etwa um !! oder 7 Uhr, schließe; so rechneman mir nach, ob ich ihm nicht eben so viel Dauer zugestan-den; nur muß man an des Philokratcs Reise nicht gedenken.Diese bleibt eine Hcrcrcy; es mußte denn seyn, daß er wiedie Mcdca in der Tragödie, durch die Luft geflohen. Freylichcin viel kurzrcr Weg.

Daß aber Plautus selbst gar wohl gewußt, daß Philokra-tcs zu seiner Reise mehr als 3 Stunde» Zeit haben müsse, be-weise ich mit einer zweyte» Unwahrschcinlichkcit, die in den,Tyiidar sich antrifft. Nachdem Philokratcs weg ist, wird desTyudars List im 4 Auftritte des dritte» Auszuges, lind alsoohngcfähr lun 12 Uhr Vormittags entdeckt. Hcgio verdammtihn in den Steinbrüche» zu arbeite»; er befiehlt seinen Knech-ten mit ihm zum Schmiede zu gehe», der ihm die Schelle» an-legen solle, ihn hernach zur Stadt heraus zu führe», und ih»

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