Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
143
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Auö der Berlinischen Zeitung vom I. 1751. 143

heilen und deutlicher Beweise eines auSschwciffcndcn Geistes, die gewißdie Älughcit der Leser und Schrisststcller in unsern Tagen sehr ver-dächtig machen wurden, wenn davon etwas so unglücklich seyn undauf die Nachwelt überbleiben sollte, kann man dieses Stuck nicht zäh-len. Die Verfasserin hat ihre Lharactcrc lebhaft geschildert, die Haupt-gcschichtc genugsam verwickelt und endlich ziemlich glücklich aufgelöset.Wir können zwar nicht längncn, daß manche Nebcnbildcr, wenn sie nichtso kurz und dunkel cntworffcn wären, dein Hauptgemähldc mehr Lichtgegeben hatten und manche Erfindungen noch natürlicher hätten gera-then können, indessen gehöret doch diese Schrifft nicht zn der letztenblasse ihrer Art. Der Grund der ganzen Fabel ist eine wahrhafftcGeschichte ans dem achten Jahrhundert, doch sind die llmstände zubesserer Ausführung verändert worden. :c. Wir können hier kaum dieHclftc der Geschichte entwerfen, es wird sie niemand ohne Vergnügendurchgehen. In den Vossischcn Buchhandlungen wird es vor 4 Gr.verkauft.

(13. März.) Dresden . Mo,< ck« H/n,-vc/-a-' Com/e ck«Ka.ve. ^o^'nie. k^e» i/a/i A » /li'esci's «?t ^us 3 Do-

gen. Der Verfasser dieses Gedichts ist Herr Arnand, welcher sich jctzo inDresden aufhält. Man kennt seine Mnsc schon ans andern Probestücken,und weiß, daß sie sich selten über das mittelmäßige erhebt. Eine präch-tige Vcrsification, die dem bloßen ^hre sehr wohlgcfällt, und die er seinemMeister dem Herrn von Voltaire sehr glücklich abgelernt hat, ist ihmeigen. Das ist es auch alles, waS ein fähiger Kopf, der aber nichtzum Dichter erschaffen ist, erlernen kann. Der poetische Geist wirdihm allezeit fehlen; denn den zu erlangen ist Hebung und Fleiß um>sonst. Hat er ein gutes Gedächtniß, so wird man in seinen Versen zwarhier und da einen mahlrischen Gedanken, einen poetischen Zug antref-fen; doch Schade, daß ein ander gutes Gedächtniß sich ohne Mühebesinnet, wem diese geborgten Schönheiten eigenthümlich zu gehören.Der Plan des gegenwärtigen Gedichts ist dieser: der Verfasser beschreibtdie Annehmlichkeiten des Friedens; der Marschall Graf von Sachsen genoß sie, ohne seinen Muth dadurch weichlich zu machen; der Neidgcräth darüber in Wuth, und rufft den Tod um Hülfe an; der Tem-pel des TodcS wird cntworffcn; die Verschwörung wider den Heldengelingt; scin Tod erfolgt, und auf seinen Tod folgt die Vergötterung.Zn Mahlereyen hat dieser Plan Eclcgcnhcit genug gegeben; die uns