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1 (1913) Luxus und Kapitalismus
Entstehung
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Zweites Kapitel: Die Großstadt

Londons noch im 17. Jahrhundert. Wie stark die Anziehungs-kraft war, die die Hauptstadt auf Nobility und Gentry im17. Jahrhundert schon ausübte, ersehen wir aus den zahl-reichen Erlassen, die seltsamerweise! gerade die beidenersten Stuarts gegen diese Neigung der grundbesitzendenFamilien, in London zu residieren, richten. So heißt es ineinem dieser Erlasse aus dem Jahre 1632:

That by residing in London with their families a great part oftheir money and substance is drawn from the several counties whenceit ariseth and spend in the city on excess of appeal, provided fromforeign parts . . . that this also draws great numbers of loose and idlepeople to London and West Minster etc. Foed. 19, 374.

(Bei Anderson, Org. 2, 349.)

Aber: was das Schicksal aller solcher Erlasse ist, dieeinen Strom zu seiner Quelle zurückleiten wollen, das war auchdas Schicksal dieser Wohnverbote: sie wurden nicht beachtet.Gerade während des 17. Jahrhunderts muß die Übersiedlungder Landeigner nach London besonders häufig stattgefundenhaben (wodurch im wesentlichen also das rasche WachstumLondons in diesem Jahrhundert bewirkt wurde). Denn amEnde des 17. Jahrhunderts wird uns London alsthe mightyRendez-vous of Nobilty, Gentry , Courtiers, Divines, Lawyes,Physicians, Merchants, Seamen and all kind of excellent Arti-ficers, of the most refined Wits and most excellent Beauties 48geschildert.

Seit dem Ende des 17. und während des 18. Jahrhundertskommt nun zu den schon ansässigen Städtegrtindern ein neuer,überaus wichtiger hinzu: der Staatsgläubiger und der Groß-finanzmann. Im London des 17. Jahrhunderts herrschte schonein reger Kreditverkehr. Welche Barsummen flüssig gemachtwerden konnten in kurzer Zeit, beweist die Tatsache z. B.,daß das Aktienkapital der Bank of England (1200900 j£)vom 21. Juni bis 2. Juli 1694 vollgezeichnet wurde. Diestadtbildende Kraft der Staatsschulden hat mit großer Treff-sicherheit D. Hume betont:our national debts cause a